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Die 6. Klassen kamen beim MFM-Projekt dem Geheimcode ihres Körpers auf die Spur

Als das Projekt-Vorhaben in den 6. Klassen verkündet wurde, reagierten die meisten Schüler mit roten Ohren und einem unsicheren Grinsen. Ihre Religionslehrer teilten ihnen nämlich mit, dass sie an einem sexualpädagogischen Projekt teilnehmen werden, in dem sie in getrenntgeschlechtlichen Gruppen am Thema „Sexualität" arbeiten werden. Nach den Workshops waren die roten Ohren wieder zu sehen, allerdings waren sie dieses Mal vor Begeisterung rot. „Es war einfach super. Alles wurde gut und anschaulich erklärt, wir wurden ernst genommen und haben Geschenke bekommen, es war spannend, lustig und hat einfach Spaß gemacht."


Das Projekt ist ein Angebot der Erzdiözese Bamberg und nennt sich MFM (Mädchen - Frauen - Meine Tage oder Männer für Männer). Es wurde von der österreichischen Ärztin Elisabeth Raith-Paula entwickelt. Bevor die Schüler mit dem Projekt in Berührung kamen, informierten zwei Referenten an einem Elternabend über die Workshops, die dem Leitsatz „Nur was ich schätze, kann ich schützen!" unterliegen. Die Eltern erhielten einen Einblick in den Ablauf des Vormittags und konnten einschätzen, was auf ihre Kinder zukommt. „Wenn es das bei uns schon gegeben hätte, wäre vieles anders gelaufen", zeigte sich eine Mutter begeistert, „da wird unseren Kindern eine tolle Sache geboten."
Das Mädchenprojekt bringt den Jugendlichen das Zyklusgeschehen, die körperlichen Veränderungen während der Pubertät und die erste Blutung auf positive Art und Weise näher. Mit Spielen und Musik lernen sie die „Zyklusshow" kennen und erfahren jede Menge Neuigkeiten: Warum hat die Frau einen Zyklus? Was spielt sich jeden Monat in meinem Körper ab? Wie kann ich selbst verschiedene Geheimcodes meines Körpers entschlüsseln? Durch die anschauliche, spannende und unkonventionelle Darstellung des Zyklusgeschehens werden neben dem Verstand u. a. die emotionale Ebene und alle Sinne angesprochen.
Das Jungenprojekt möchte ebenfalls spielerisch und positiv mit den körperlichen Veränderungen während der Pubertät vertraut machen. Als Spezialagenten 007 schlüpfen die Jungen in die Rolle der Samenzellen und machen sich auf die abenteuerliche Reise durch den Körper des Mannes und der Frau.
Die Jugendlichen spüren, dass das, was in ihnen vorgeht, „der Rede wert" ist. Wie sie ihren eigenen Körper erleben und bewerten, hat großen Einfluss auf ihr Selbstwertgefühl und ihre spätere Einstellung zu ihrer weiblichen und männlichen Sexualität.

Den Erfolg des Projekts bestätigen folgende Aussagen:

„Es hat mir geholfen, meinen Körper kennen zu lernen."
„Ich weiß jetzt sehr genau, was in meinem Körper passiert."
„Ich weiß jetzt viel mehr über meinen Körper und brauche mich vor meinen Tagen nicht zu fürchten."
„Ich nehme mit nach Hause, dass man sich in der Pubertät nicht schämen muss."
„Ich habe gemerkt, dass ich nicht nur alleine in die Pubertät komme und Probleme habe."
„Jetzt weiß ich mehr, als ich davor wusste, weil nichts verheimlicht wurde."
„Ich habe gesehen, dass alles, was mein Körper in der Pubertät macht, ganz normal ist."
„Ich weiß jetzt, dass jedes Mädchen früher oder später dasselbe durchmacht."
„Ich kenne mich jetzt besser bei beiden Geschlechtern aus."
„Ich habe jetzt nicht mehr so ein schlechtes Gefühl, weil ich weiß, was ich machen muss, wenn ich in die Pubertät komme."
„Es hat mir gefallen, wie ich finde, dass die Kinder dies alles schon vor der Pubertät erfahren sollten."
„Es war super. Ich weiß jetzt, wie es in meinem Körper aussieht und dass mein Körper etwas ganz Besonderes ist."

Manuela Meixner

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