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Berlin-Fahrt 2015 - Wie funktioniert eigentlich Demokratie?

Die Schülerinnen und Schüler des Wahlfachs Politik und Zeitgeschichte besuchen die Bundeshauptstadt und erkunden den Deutschen Bundestag

Am Mittwoch, den 4.2.2015, brachen die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wahlfachs Politik und Zeitgeschichte gemeinsam mit den begleitenden Lehrkräften, Frau StRin Elke Buckreus und Herrn StR Thomas Hauptmann, zu einer dreitägigen Fahrt nach Berlin auf. Federführend unterstützt durch das Abgeordnetenbüro von Frau MdB Emmi Zeulner konnte die Gruppe in Berlin am darauf folgenden Tag morgens um 9:00 Uhr zunächst an einer Plenarsitzung teilnehmen. Es folgte ein Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten im Anschluss an den einstündigen Besuch des Parlaments sowie ein abschließendes Mittagsessen im angrenzen Paul-Löbe-Haus.

 

Eigentlich stand auf dem Programm die Diskussion über ein Versicherungsgesetz, weshalb Herr StR Thomas Hauptmann seine Schülerinnen und Schüler auf ein möglicherweise sehr trockenes Thema einstellte. Ferner gab er den Hinweis weiter, dass die Jugendlichen - unabhängig von der laufenden Debatte - doch einfach auch auf den Betrieb und die Abläufe im Parlament achten sollten. Am Ende kam alles anders! Denn zur großen Verwunderung aller auf der Tribüne fand sich auf der Regierungsbank nahezu das komplette Kabinett ein, bevor der Bundestagspräsident Norbert Lammert den Plenarsaal betrat. Er eröffnete die Sitzung mit einer kurzen Ansprache, in der er den verstorbenen Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker und dessen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland würdigte. Während dieser Rede und der anschließenden Schweigeminute standen sowohl die Parlamentarier als auch die Zuschauerinnen und Zuschauer von ihren Plätzen auf. Dann erst wurde die Sitzung eröffnet und man konnte gut beobachten, wie alle, die das folgende Thema nicht betraf, den Saal verließen, einschließlich der Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, die sich nach einem kurzen Gespräch mit Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder auf den Weg zu den Friedensgesprächen nach Kiew machte.


Als die Schülerinnen und Schüler den Sitzungssaal nach 50 Minuten leise wieder verließen, meinte einer, dass die Atmosphäre wie im Deutschunterricht sei: Es würde auch keiner zuhören, wenn vorne einer spreche. Diese Beobachtung, die ein wenig rühmliches Licht auf das Parlament warf, war im Anschluss auch zunächst zentrale Frage im Gespräch mit der 27-jährigen Bundestagsabgeordneten, Frau Emmi Zeulner. Sie verstand die Verwunderung der Jugendlichen, räumte aber auch gleichzeitig ein, dass das Parlament - ungeachtet der Tatsache, dass natürlich nie seine Würde verletzt werden dürfe - für sie nichts Anderes sei als ein Arbeitsplatz. Dieser Arbeitsplatz biete ihr die Möglichkeit, auf kurzen „Dienstwegen" ins Gespräch mit anderen Abgeordneten oder Ministern zu kommen, mit denen man ansonsten langwierig Termine vereinbaren müsse. Das Studium der Akten, der Austausch von Informationen oder aber eben die Gespräche im Parlament seien, so Frau MdB Emmi Zeulner weiter, wichtige Aspekte ihrer Arbeit. Dennoch werde sie in der nächsten Landesgruppensitzung den Eindruck der Jugendlichen weitergeben und darauf hinweisen, dass es für die Außendarstellung des Deutschen Bundestages von großem Nutzen sei, wenn etwas mehr an Aufmerksamkeit herrschen würde.


Sie selber beschrieb ihre Arbeit anhand eines normalen Terminplans für eine Woche und zeigte dabei eindrucksvoll auf, dass der Arbeitstag eines Parlamentariers sehr früh am Morgen beginne und bis spät in den Abend vollgespickt mit Terminen sei. Des Weiteren, und das unterstrich sie in besonderem Maße, sei ihr natürlich auch ihr Wahlkreis wichtig, weshalb sie am Freitag schon wieder auf dem Rückweg von der Sitzungswoche ins heimatliche Lichtenfels sei, um einen Termin auf Kloster Banz wahrzunehmen. Angetreten mit dem Ziel, jeden ihrer Wahlkreisbürgermeister im ersten Jahr mindestens einmal besucht zu haben, räumte Frau MdB Zeulner ein, dass es ihr noch immer nicht gänzlich gelungen sei.


Die Zeit im Vortragsraum C2 des Deutschen Bundestages verging wie im Flug, da die junge Abgeordnete zusehends leidenschaftlicher von ihrer Arbeit sprach und die Schülerinnen und Schüler vor allem durch manche Anekdote aus dem Wahlkampf oder ihrer Legislaturperiode zu begeistern vermochte. Zahlreiche Fragen führten zu immer neuen Facetten ihrer Tätigkeit als MdB, bis schließlich ein anderer Abgeordneter dezent an der Tür klopfend zu verstehen gab, dass nun er mit seiner Gruppe den Raum beanspruchen wolle.
Im Garderobenbereich verabschiedete sich die Wahlfachgruppe von Frau MdB Emmi Zeulner und machte sich durch eine weitere Sicherheitskontrolle auf den Weg ins Paul-Löbe-Haus, wo als letzter Vormittagsprogrammpunkt ein Mittagessen anstand.


Als am Freitag, den 6.2.2015 die kleine Gruppe das Jugendgästehaus in Berlin verließ und sich auf den Weg zum Hauptbahnhof machte, nahm jede und jeder nicht nur sein Gepäck, sondern auch viele interessante und spannende Eindrücke aus der Bundeshauptstadt Berlin mit nach Hause nach Oberfranken. Das Ziel, einen Einblick und Eindruck von unserem parlamentarischen Regierungssystem zu erhalten, wurde voll und ganz erfüllt.
Hpm

 

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