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21.02.2013 Bischof Gomes aus Bangladesch zu Gast in den 9. Klassen

"Take good care for your food!"

In diesen Tagen ist Weihbischof Theotonius Gomes aus Bangladesch in Erzbistum Bamberg unterwegs. Im Rahmen der diesjährigen Misereor-Fastenaktion „Wir haben den Hunger satt" wurde er eingeladen, um über die Situation in seinem Land zu berichten. Auch die Siegmund-Loewe Realschule hat Chance ergriffen, den Bischof an die Schule zu holen. Religionslehrer Martin Förtsch organisierte das Treffen mit 9. Klässlern.

Zu Beginn begrüßte Schulleiter Schönfeld neben den Bischof, Frau Kögel von Misereor, Herrn Kleinert vom Referat Weltkirche im Erzbistum Bamberg und Dolmetscherin Fr. Joachim und brachte sein Freude zum Ausdruck, dass die Gäste, trotz engen Terminkalenders den Weg nach Kronach auf sich genommen haben.

Eine gute Stunde erläuterte der Bischof Probleme des Landes. Die Aufmerksamkeit der Schüler ließ ihre Betroffen-heit erkennen. Das Land, nur halb so groß wie Deutschland muss 161 Millionen Menschen ernähren. Bangladesch ist damit das am dichtesten besiedelte Land der Erde. Zudem gehört das Land, aufgrund des steigenden Meeresspiegels zu den vom Klimawandel am meisten bedrohten Gebieten. Verschärft hat die Lage die Zunahme von versalztem Land im Mündungsdelta des Ganges, das den Bauern die Existenzgrundlage nimmt und zu einer großen Zahl von Flüchtlingen führt. Im Norden des Landes hingegen herrscht wegen des Klimawandels Wassermangel. Deshalb gibt es Probleme beim so wichtigen Reisanbau. Die Folge ist: Millionen Menschen im Land hungern. Gegen diesen Hunger anzugehen, darin sieht der Bischof, Präsident der Caritas in Bangladesch seine Hauptaufgabe. Unterstützt von Misereor, mit derzeit 60 Projekten, werden u.a. Bauern in die Lage versetzt, Reis wieder auf traditionelle Weise anzubauen, ohne Einsatz teurer Chemie. Eindringlich appellierte Bischof Gomes an die Schüler: „Take good care for your food! (Achtet und wertschätzt euer Essen) Seid dankbar, esst gute Lebensmittel, mit Genuss. Betet für die Menschen, die nicht genug Essen haben. Werft Essen nicht weg!"

Spontan hatte ein Schüler die Idee, überschüssige Lebensmittel doch nach Bangladesch zu schicken, z.B. auch die doch durchaus genießbaren Fertiggerichte mit Pferdefleisch. Der Bischof gab zu Bedenken, dass damit die Kleinbauern ihre Waren nicht mehr verkaufen könnten und sich das Problem noch weiter verschärfen würde. Wichtiger sei es, so der Bischof weiter, dass die Menschen ihre Essgewohnheiten und Anbaumethoden ändern - weg von umweltschädlichen Monokulturen, hin zu mehr Artenvielfalt. „Jeder kleine Fortschritt ist schon erfreulich! Solange Menschen hungern, ist etwas nicht in Ordnung in unserer Welt. Vor allem industriellen und wirtschaftlichen Fortschritt ist es das Wichtigste, satt zu werden," lautete die abschließende Feststellung des Bischofs. Anschließend stellten sich die Gäste den Fragen der Schüler. U.a. wurde auch nach den Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken gefragt, die ja zuletzt wegen Brandkatastrophen in den Schlagzeilen waren. Fr. Kögel von Misereor verdeutlichte, dass westliche Großkonzerne dort wegen der Billiglöhne nähen lassen - auf Kosten der Arbeiter, zu denen auch Kinder gehören. Misereor fördert deshalb Projekte gegen Kinderarbeit und für eine angemessene Schulbildung. „Wir sollten trotz aller Probleme auch bei uns, nie den Blick über den Tellerrand hinaus verlieren. Einerseits um sich bewusst zu werden, wie gut es uns geht, andererseits um die Not der Welt zu sehen und etwas dagegen zu tun. Dazu hat ihr Besuch einen wertvollen Beitrag geleistet!" Mit diesen Worten verabschiedete Martin Förtsch die Gäste.

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