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Versicherungswirt - diplomatischer Dienst - Food-Sommelier

Ehemalige Realschüler der Siegmund-Loewe-Schule berichteten über ihren beruflichen Werdegang.

Im Rahmen einer schon seit mehreren Jahren stattfindenden Informationsveranstaltung für Eltern und SchülerInnen konnte Beratungslehrer Ralf Müller mit Kristin Blumenröther, Marcel Herold und Jörg Oßwald drei Ehemalige an der Siegmund-Loewe-Schule begrüßen, die trotz ihres noch jungen Alters bereits über eine außergewöhnliche und beeindruckende berufliche Karriere berichten konnten. Ziel der Veranstaltung ist es zum einen, RealschülerInnen berufliche Perspektiven aufzuzeigen und auch zu verdeutlichen, welch vielfältige Möglichkeiten der Realschulabschluss bietet.

Jörg Oßwald, der seinen Realschulabschluss 2001 gemacht hatte, brachte manchen seiner jungen Zuhörer zum Schmunzeln, als er gestand, dass ihn in als Jugendlichem Schule nie sehr interessiert hatte und auch seine Noten nicht grandios waren. Er erzählte, wie überrascht seine Familie und auch seine Lehrer damals waren, als er verkündete Koch werden zu wollen. Aber bereits in seiner Lehrzeit veränderte sich seine Arbeitshaltung: „Immer ein bisschen mehr machen, als die anderen, Interesse und Biss entwickeln“, schrieb er den anwesenden SchülerInnen ins Stammbuch. Schon mit 21 Jahren arbeitete er als Sous-Chef in einem Restaurant, gab sich aber auch damit nicht zufrieden und wechselte in Fernsehkoch Alexander Hermanns Lokal in Wirsberg. „Das war noch einmal eine zweite Lehre, in der ich Vieles neu und noch einmal ganz anders lernen konnte. Auch hier blieb der gebürtige Weißenbrunner sich treu und setzte auf Veränderung und Weiterbildung. Mit 29 Jahren meldete er sich als ältester Teilnehmer in der neugeschaffenen Tourismusschule Franken an, wo er durch seine große Erfahrung vielen der um einiges jüngeren SchülerInnen eine große Hilfe sein konnte. Nach einem glänzenden Fachabitur arbeitet er jetzt erneut in Wirsberg und Nürnberg und beschreitet mit seinem Chef immer wieder gastronomisches Neuland. So hat Jörg sich zum ‚Food-Sommelier‘ ausbilden lassen der seinen Gästen im Restaurant viel über die Herkunft und die Zubereitung der angebotenen Speisen erzählen kann. Außerdem ist er wohl Deutschlands erster und wohl auch einziger ‚Food-Scout', das heißt er sucht den Kontakt zu regionalen Vermarktern, schafft Netzwerke und kreiert neue Rezepte und Ideen. Sogar an der Kreation das im Restaurant verwendeten Porzellans hatte er Anteil. Wie fordernd sein Beruf ist, konnte seine Zuhörerschaft auch daran erkennen, dass er sich sofort nach seinem Vortrag in Richtung Wirsberg verabschieden musste.

Auch Kristin Blumenröther hatte ihren Abschluss im Jahr 2001 an der damaligen Kronacher RS II gemacht. Wie ihr Vorredner erzählte sie, dass auch sie sich damals für schulische Inhalte nicht allzu sehr begeistern konnte. Sport und vor allem Tennis waren für sie als Jugendliche viel wichtiger. Nach bestandenem Realschulabschluss ließ Kristin sich zunächst zur Arzthelferin ausbilden und arbeitete danach für zwei Jahre in diesem Beruf. Doch auch bei ihr erwachte der Ehrgeiz schon bald und so entschloss sie sich, die Berufsoberschule in Bayreuth zu besuchen und ihr Fachabitur zu machen. Der fachgebundenen Hochschulreife folgte ein Studium im Fach ‚Internationale Wirtschaft und Entwicklung‘ . Ein Auslandssemester in England ließ die Neugierde und das Interesse an fremden Ländern und Kulturen erwachen. Kristin hatte Feuer gefangen und die Motivation war enorm. So folgte dem Bachelorabschluss ein Masterstudiengang in Volkswirtschaftslehre in Göttingen. Auch dabei zog es die junge Frau erneut ins Ausland und so absolvierte sie ein Auslandsemester in Paraguay. Dorthin kehrte sie auch nach bestandenem Studienabschluss zurück. Zunächst, um als Leiterin des Einkaufs in einem deutschen Supermarkt zu arbeiten. Doch auch hier sah sie sich noch nicht am Ziel ihrer Ambitionen und so bewarb sie sich als Fremdsprachenassistentin bei der deutschen Botschaft und wurde Mitarbeiterin des Verwaltungschefs der deutschen Vertretung. Die Arbeit dort weckte Kristins Ehrgeiz erneut und ließ einen neuen Traum entstehen: Zusammen mit 1500 weiteren Bewerbern unterzog sie sich den Aufnahmetests des diplomatischen Dienstes, an deren Ende sie und weitere 55 Auserwählte in die begehrte Ausbildung des diplomatischen Dienstes aufgenommen wurde. Schon im Februar heißt es für sie, ihren paraquayischen Ehemann und die zweijährige Tochter, Koffer packen für ein erstes Auslandspraktikum. Bevorzugtes Ziel: Buenos Aires in Argentinien.

Marcel Herold, der dritte Referent des Abends, konnte von einem ganz anderen Werdegang berichten. Er war schon zu Schulzeiten ein ehrgeiziger und guter Schüler gewesen und hatte sich seinen Berufsweg auch schon sehr früh zurechtgelegt. Als Schüler des wirtschaftlichen Zweiges hatte er ein Praktikum bei der AOK absolviert und dabei Gefallen an diesem Berufsfeld gefunden. Sein Praktikum, seine guten Noten und sein freundliches Auftreten verschafften ihm denn auch dort eine Ausbildungsstelle zum Sozialversicherungsfachangestellten, was zur damaligen Zeit für einen Realschüler einem Sechser im Lotto gleich kam. Die anspruchsvolle Ausbildung führte ihn durch viele Tätigkeitsbereiche und er fand Gefallen an den Verwaltungstätigkeiten ebenso wie an den Außenkontakten. Als Schulberater kehrte er nach einigen Jahren für Benimmkurse oder auch Bewerbungstraining an seine ehemalige Schule zurück. Wie die beiden anderen Referenten war auch bei Marcel der Ehrgeiz noch nicht gestillt. Innerhalb der AOK absolvierte er ein Studium zum Betriebswirt und arbeitet derzeit als stellvertretender Teamleiter in Kronach. „Ich wollte immer gerne in der Region bleiben und genieße das Leben und die Freunde in der Heimat“.

Einig waren sich alle drei Referenten, dass es durchaus sinnvoll sein kann, sich erst einmal im Berufsleben zu orientieren, um seine Stärken und Interessen kennenzulernen. Dafür gibt es in der Region viele tolle Firmen, die einen optimalen Start ermöglichen.

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