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Chance Heimat - Sprungbrett für eine steile Karriere

Zwei "Ehemalige" erzählen an der Realschule II von ihrem beruflichen Werdegang. Sie machen deutlich, welche Möglichkeiten sich mit dem Erwerb der Mittleren Reife auftun.

Jens Rebhan und Marie-Therese Wunder - zwei "Eigengewächse" der Siegmund-Loewe-Realschule - statteten kürzlich ihrer ehemaligen Schule einen Besuch ab. Fast 20 Jahre ist es her, dass der Stockheimer hier seine Mittlere Reife ablegte. Nun ist er selbst Lehrer in Coburg. Marie-Therese Wunder machte ihren Mittleren Bildungsabschluss im Jahr 2008. Mittlerweile absolvierte die Nordhalbenerin ein Dual-Studium und schreibt an ihrer Masterarbeit. Beide haben ihren ganz eigenen Weg gemacht - nicht unbedingt geradlinig, aber höchst erfolgreich.


Viele Chancen in der Heimat
Der Arbeitskreis "SchuleWirtschaft" hat vor etwa vier Jahren eine Veranstaltungsreihe "Landkreis Kronach: Hier geht was!" angestoßen. In Kooperation mit Schulen aus dem Landkreis wurden Veranstaltungen organisiert, bei denen Referenten aus der Wirtschaft über ihren Werdegang berichten. "Der Landkreis Kronach bemüht sich sehr, dass junge Leute hier bleiben oder hierher zurückkehren", erklärte Zukunftscoach Gabriele Riedel. Die Initiative "Chance Heimat" unterstütze Rückkehrwillige, eine Anstellung in der Region zu finden. Interessierte können sich online registrieren und erhalten etwa alle drei Monate einen Newsletter mit offenen Stellen für Akademiker sowie Studienpraktika, Plätze für Werkstudenten oder Ferienjobs.

"Ich wollte nicht aufs Gymnasium. Aber meine drei besten Freunde gingen dorthin und mein älterer Bruder", erinnerte sich Jens Rebhan zurück. Trotz einer Drei in Mathematik, mit der er auf Kriegsfuß gestanden habe, ging er ans Kaspar-Zeuß-Gymnasium. Dort sah er ein, dass dies nicht die richtige Schulform für ihn war. Er wechselte an die RS II, wo er seine "besten vier Schuljahre überhaupt" verbracht habe. Nach einem Fehlstart mit einer Fünf in Deutsch habe er sich "geschüttelt und aufgerappelt" - und viel gelernt. Obwohl er nie der überragende Einser-Schüler gewesen sei, schaffte er einen guten Abschluss. Da er damals nicht wusste, in welche berufliche Richtung es für ihn gehen sollte, entschied er sich fürs Weiterlernen. So ging er zwei Jahre an die FOS Kulmbach, wo er die Fachhochschulreife ablegte.


Eines seiner Schulpraktika war bei einer Krankenversicherung. "Das gefiel mir so gut, dass ich später eine Ausbildung bei einer Krankenversicherung machte", erzählte der nunmehr 35-Jährige. Leider wurde damals keiner der Azubis übernommen. Da sein Vater auch Lehrer an der RS II war, habe er wohl das Lehrer-Gen in sich entdeckt. Für sein Lehramts-Studium absolvierte er vorab vier BWL-Semester an der FH Coburg. Anschließend studierte er fünf Jahre in München Wirtschaftspädagogik mit den Nebenfächern Politik und Soziologie. "Jetzt arbeite ich an der kaufmännischen Berufsschule in Coburg und ich kann in meiner Heimat bleiben, was ich schon immer gewollt habe", freut sich der Familienvater. Mit einer Mittleren Reife stünden einem alle Wege offen, wenn man Einsatz und Willen zeige. "Nutzt die Möglichkeit, macht einen ordentlichen Abschluss und legt damit den Grundstein für eure berufliche Zukunft", legte er den Schülern ans Herz. Den Eltern riet er, hinsichtlich der Berufswahl möglichst wenig Druck auf ihre Kinder auszuüben. "Der Beruf muss Spaß machen", appellierte er.


Direktor Uwe Schönfeld freute sich sehr über den riesigen Zuspruch an der Veranstaltung, die erneut auf Initiative des Beratungslehrers Ralf Müller zustande kam. Ziel sei es, Schülern wie auch Eltern aufzuzeigen, dass niemand den Landkreis für einen guten Arbeitsplatz verlassen müsse. Zudem wolle man das Profil der Realschule als guten Weg und einer Chance des Reifens und Entwickelns herausstellen. "Es muss nicht das Gymnasium auf Biegen und Brechen sein", zeigte sich Müller sicher. Bei den Ehemaligen-Treffen alle zwei Jahre staune er jedes Mal Bauklötze, welche erstaunliche Karrieren diese hingelegt hätten.


Dies gilt auch für Marie-Therese Wunder. Die Nordhalbenerin besuchte 2002 - mit Einführung der sechsstufigen Realschule - die allererste fünfte Klasse an der RS II. Nach der Mittleren Reife 2008 besuchte sie - nach "Überzeugungsarbeit" von Ralf Müller - die Einführungsklasse, die damals nur in Bamberg möglich war. "Einige wohnten solange in Bamberg. Ich bin täglich von Nordhalben nach Bamberg gependelt - nicht der kürzeste Weg. Aber ich habe das Jahr auch hinter mich gebracht", blickte sie zurück. Nach zwei Jahren am Frankenwald-Gymnasium schaffte sie ihr Abitur. Sie gehörte damit zum ersten Jahrgang des achtstufigen Gymnasiums. Mit dem Abi in der Tasche begann sie 2011 ihr Dualstudium als Industriekauffrau/Betriebswirtschaft bei Loewe, das sie im Frühjahr 2016 erfolgreich beendete. Nach ihrem Bachelor-Abschluss hatte sie das große Glück, bei Loewe nunmehr auch ihren Master machen zu können. Heuer will sie mit ihrer Masterarbeit fertig werden.

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