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Wir nehmen dieses Schuljahr am Coaching-Projekt-Schulverpflegung teil

Schulverpflegung und insbesondere das schulische Mittagessen gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. Immer mehr Kinder und Jugendliche verbringen eine längere Zeit in der Schule. Die Anzahl der Schulen mit Ganztagsbetreuung steigt stetig. Eine ausgewogene Schulverpflegung wird deswegen immer wichtiger.


Schule, aber auch Eltern sowie Schülerinnen und Schüler müssen sich dadurch mit Fragen zur Organisation, Finanzierung, Qualität des Speisenangebots beschäftigen, bis hin zur Frage: Was bedeutet überhaupt Essen in Schulen aus kultureller und pädagogischer Sicht? Die Erwartungen der Beteiligten an die Mittagsverpflegung sind hoch: sie soll bezahlbar, ausgewogen, gut organisiert sein und von den Schülern akzeptiert werden. Vor allem soll das schulische Mittagessen gut schmecken. Wie lässt sich all das noch optimieren?


Obwohl wir sehr zufrieden sind mit unserem Caterer und den Abläufen bei der Mittagsverpflegung in unserer Mensa, möchten wir den eingeschlagenen guten Weg noch perfektionieren. Deshalb haben wir uns für das Modellprojekt „Coaching in der Schulverpflegung" beworben und wurden für dieses Schuljahr als eine von sechs Schulen in Oberfranken ausgewählt.


Im Jahr 2009 startete das Coaching-Projekt der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bayern. Seitdem wurden über 150 Schulen im Bundesland von einem geschulten Coach unterstützt. Die Betreuung läuft über ein Schuljahr und betrachtet fast alle Aspekte der Schulverpflegung. Durch eine detaillierte Vorab-Analyse zu Beginn des Schuljahres kann im Laufe des Coachings auf individuelle Herausforderungen eingegangen werden.


Zusammen mit unserem Coach Frau Karina Pfadenhauer und dem Essensgremium - an dem auch Herr Stark von unserem Caterer Haus Fischbachtal und unsere zwei hilfsbereiten Servicekräfte bei der Essensausgabe teilnehmen - werden wir an der Optimierung unserer Mittagsverpflegung arbeiten. Frau Pfadenhauer, früher selbst Schülerin bei uns, arbeitet schon mehrere Jahre als Coach in der KiTa- und Schulverpflegung.

 

Wir als Schule tragen auch Verantwortung für die gesunde Ernährung unserer Kinder. So wollen wir auch weiterhin beim Mensa-Essen eine möglichst gesunde, vollwertige und gleichzeitig für unsere Kinder attraktive und schmackhafte Kost anbieten.Wobei nach wie vor natürlich das Essen zu Hause die wichtigsten Grundlagen legt und die Schulverpflegung nicht das Aufholen kann, was ggf. zu Hause vernachlässigt wurde.


Kinder und Jugendliche befinden sich in einer körperlichen Wachstumsphase, in der sie zudem geistig stark gefordert werden und in der Schule Leistungen erbringen müssen. So benötigen sie für ihre körperliche und geistige Entwicklung, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie Stärkung der Immunabwehr eine optimale Versorgung mit allen Nährstoffen.

Wie nötig Anregungen zur Veränderung von Essgewohnheiten sind, zeigt z.B. folgende Studie:
Im Rahmen der KiGGS-Studie und besonders von EsKiMo (Ernährungsstudie als KiGGS-Modul) wurde die Ernährung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ermittelt. Von Mai 2003 bis Mai 2006 führte das Robert-Koch-Institut die "KiGGS"-Studie durch. In insgesamt 167 Städten und Gemeinden wurden 17.641 Jungen und Mädchen im Alter bis zu 17 Jahren befragt. Die Studie wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.


Es zeigte sich:
Die meisten Kinder und Jugendlichen essen weniger Obst und Gemüse als empfohlen. Zwar essen mehr als 80% der Befragten täglich Obst oder Gemüse, doch nur etwa ein Drittel greift hier mehr als einmal täglich zu. Besonders schlecht sieht es bei gekochtem Gemüse aus: Dies wird von zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen nur ein- bis zweimal pro Woche oder noch seltener gegessen.
Insgesamt werden zwar ausreichend Kohlenhydrate verzehrt, doch lässt die Qualität zu wünschen übrig: Zum Großteil handelt es sich dabei um Mono- und Disaccharide, beispielsweise aus Süßigkeiten. Der Konsum von Lebensmitteln mit komplexen Kohlenhydraten wie Vollkornbrot, Kartoffeln, Nudeln und Reis sollte dagegen bei den meisten Kindern und Jugendlichen gesteigert werden. Auch die Ballaststoffzufuhr ist bei den meisten Kindern und Jugendlichen zu niedrig.

Die Verzehrsempfehlungen für Fleisch, Fleischwaren und Wurst werden von den meisten Befragten deutlich überschritten. Besonders gern greifen hier die 12- bis 17jährigen Jungen zu, 86% essen davon mehr als empfohlen.
Viele Teilnehmer der KiGGS-Studie erreichten nicht die empfohlenen Tagesportionen von Milch und Milchprodukten. Nur etwa ein Viertel der Befragten isst mindestens einmal täglich Milchprodukte, etwas mehr als die Hälfte trinkt einmal täglich Milch.
Die Trinkmenge ist bei Kindern oft zu gering (rund die Hälfte der Kinder trinkt zu wenig), bei Jugendlichen aber überwiegend ausreichend. Doch auch hier stimmt die Auswahl nicht immer. Die KiGGS-Studie zeigt, dass die meisten Befragten Mineralwasser und Säfte trinken, etwa die Hälfte trinkt hiervon täglich. Dennoch ist der Anteil von Limonaden an der Getränkemenge zu hoch, vor allem in der Gruppe der 12- bis 17jährigen Jungen, wo sie ein Viertel der Getränkemenge ausmacht.
Süßwaren, Knabbereien und Cerealienspezialitäten sollten nur 10% der insgesamt aufgenommenen Energie ausmachen. Doch hier wird deutlich mehr verzehrt, teilweise das Dreifache der empfohlenen Menge. Die Aufnahme von Vitamin D und Folat ist deutlich geringer als empfohlen. Außerdem werden von den 6- bis 11jährigen zu wenig Calcium und Vitamin E aufgenommen, und vor allem die Mädchen nehmen zu wenig Eisen auf.


Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen
Die Auswertung der KiGGS-Studie zeigt, dass 22% der befragten Kinder und Jugendlichen Symptome einer Essstörung aufweisen. Mädchen sind dabei fast doppelt so häufig betroffen wie Jungen. Bei den 11jährigen ist die Häufigkeitsverteilung noch etwa gleich, dann steigt sie bis zum Alter von 17 Jahren bei den Mädchen deutlich um etwa 50% zu, während sie bei den Jungen um etwa ein Drittel abnimmt.


Quellen:

  • mit freundlicher Genehmigung von http://www.vfed.de
  • http://www.schulverpflegung.bayern.de
  • Weitere Studienergebnisse können eingesehen werden unter www.kiggs.de.
  • Interessante Ernährungstipps für Jugendliche auch unter
  • http://www.schuleplusessen.de/wissenswertes/rund-um-die-ernaehrung/kinderernaehrung/grundlagen.html

Mit dem gemeinsamen Essen der Kinder in unserer Ganztagesbetreuung wollen wir so nicht nur die Gesundheit und Ernährungsgewohnheiten positiv beeinflussen, sondern auch ein positives gemeinschaftliches Erlebnis schaffen. Schließlich wird während der Kindheit und Jugendzeit das Ernährungsverhalten wesentlich geprägt, Geschmacksvorlieben und -abneigungen ausgebildet und insgesamt die Weichen für einen gesunden Lebensstil im späteren Erwachsenenalter gestellt. Dadurch kann der späteren Entstehung von Übergewicht und ernährungsmitbedingten Krankheiten wie Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Gicht, etc. vorgebeugt werden.

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