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Siegmund-Loewe-Realschule> Aktivitäten> 2014-15> Französisches Theater
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Spielerisch französisch lernen

Bei einem Theater-Workshop an der Realschule war Kreativität angesagt - und Mut zum Mitmachen.

Kreativität war gefragt bei einem französischen Theater-Workshop an der Realschule II - und Mut zum Mitmachen. Vincent Simon führte mit der Klasse 10 d Schauspielübungen durch, bei denen fast nur Französisch gesprochen wurde. So diente der Workshop insbesondere der Sprechfertigkeit der Schüler.


„Un, deux, trois" - ruft Vincent Simon. Auf Kommando heben die Jungs ihren Klassenkameraden Nam waagrecht in die Höhe. Ihre Mitschüler lachen. Das Rätselraten ist groß. Dann die „Erleuchtung": Das ist das Brandenburger Tor!
„Très bon", lobt der Franzose und wendet sich gleich der nächsten Darsteller-Gruppe zu. „Un, deux, trois" - schon stellen einige Zehntklässlerinnen ein Baseballspiel mit einer Plastikflasche nach, und nur kurze Zeit später geht ein wild gewordener Stier auf einen Torero los.


Ein Wirbelwind


„C'est superbe" - der Franzose ist begeistert von so viel Kreativität seiner Schützlinge, bei denen er sich mit einem „merci beaucoup" bedankt.


Einen Vormittag lang war Simon zu Besuch in der Klasse 10 d der Wahlpflichtfächergruppe III a. Für die 25 Jugendlichen, die seit der siebten Klasse den fremdsprachlichen Zweig mit dem Profilfach Französisch belegen, ist der Schauspieler, Regisseur, Autor und Theaterpädagoge kein Unbekannter. So zeigte der Wirbelwind 2014 mit einer Kollegin ein Schauspiel von Molière - natürlich auch in französischer Sprache.


Auf Initiative der Französisch-Lehrerin Nicole Meyer hielt er nun - erstmals überhaupt im Landkreis - einen solchen französischen Theater-Workshop.


Nachdem er zunächst zu Unterrichtsbeginn mit kleinen gymnastischen Übungen oder auch dem imaginären Zuwerfen von Energiebällen die Körper seiner Schüler „aufgeweckt" hatte, ging es bei den Schauspielübungen richtig rund. Wie am Fließband verteilte der Franzose immer neue Aufgaben an die Schüler, die meist mit der Aufforderung „deux groupes" oder „trois groupes" (zwei oder drei Gruppen) begannen.
In diesen Gruppen wurden kleine Rollenspiele ausgeführt - wie beispielsweise ein am Haken hängender Fisch - oder es mussten Tiere nachgemacht beziehungsweise Sehenswürdigkeiten oder Städte nachgestellt werden. Alles zuerst „sans mouvement" und anschließend „avec mouvement", also ohne und mit Bewegung. Keine leichte Aufgabe!


Aber die Schauspielschüler kamen auf die kreativsten Einfälle. „Meine Schüler sind unglaublich kreativ und machen alle gut mit. Auch die, die sonst in der Klasse still sind. Das verblüfft mich", freute sich Meyer. Für die Studienrätin standen beim Workshop weniger die schauspielerischen Fähigkeiten im Mittelpunkt, als vielmehr die Vorbereitung auf deren Abschlussprüfung. Hierzu zählt neben einem schriftlichen auch ein mündlicher Teil, also die Sprechfertigkeit.


„Die andere Seite"
„Französisch zu sprechen, das fällt einigen noch schwer", weiß sie. Simon sollte ihnen davor ein wenig die Scheu nehmen. Es sei schon anders, ob man Unterricht in einer Fremdsprache halte oder ob „ein echter Muttersprachler" da sei. Der Vormittag bringe auch ihr einiges, da sie dabei aus der Distanz einmal „die andere Seite" kennenlerne.
Erfreulicherweise werde die Wahlpflichtfächergruppe III a an der Siegmund-Loewe-Schule gut angenommen. In einigen Jahrgängen gibt es sogar zwei Klassen. Die Vorteile liegen für die Lehrerin auf der Hand. Mit Französisch habe man einen zusätzlichen Trumpf für den späteren Beruf und bei einer Bewerbung in der Hand. „Eine zweite Fremdsprache ist mit Sicherheit von Vorteil", weiß sie.


Dies gelte insbesondere auch für Schüler, die nach der Realschule aufs Gymnasium wollten, um dort ihr Abitur nachzuholen „Vier Jahre Französisch-Unterricht in nur einem Jahr nachzuholen, ist schwer", zeigt sie sich sicher. Aber auch auf der FOS und natürlich an Sprachschulen seien Kenntnisse in Französich viel wert.


Seinen Abschluss fand der Workshop in einem kleinen Theaterstück. Dieses hatte Vincent Simon in Anlehnung an „Der kleine Prinz" selbst geschrieben. „Mir macht es an der Schule viel Spaß. Die Schüler sind gut drauf und voll dabei", freut sich der Franzose, der bundesweit an Schulen mit Theaterstücken oder Workshops unterwegs ist. Spielerisch, sozusagen „ganz nebenbei", lernten die Realschüler einige neue Wörter kennen und frischten bereits bekannte Vokabeln auf. Vom Französisch-Unterricht der etwas anderen Art waren sie begeistert. „Ich finde es gut, dass so etwas an unserer Schule angeboten wird. Ich habe jetzt nicht mehr so viel Angst, Französisch zu sprechen. Und es macht Spaß", meinte die 16-jährige Antigona.


So sah es auch Robin: „Das ist eine schöne Abwechslung, einfach mal etwas anderes." Und Vincent selbst fanden am Ende alle witzig und nett.

 

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