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Siegmund-Loewe-Realschule> Aktivitäten> 2009-10> Geschichtsunterricht> Klasse 10 d vertieft Unterrichtsstoff Holocaust
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Die Klasse 10 d der Siegmund-Loewe-Schule thematisierte und vertiefte den Unterrichtsstoff Holocaust durch die kreative Umsetzung in Bildern und Plakaten

Geschichtslehrerin Ute Weigel "öffnet" Hitler

Ein Herr Hitler zum Öffnen

Hitler mit offener Offiziersjacke und einem großen roten Fragezeichen, eine Nachbildung vom Aufbau der ersten Konzentrationslager mit integriertem Text sowie ein Hakenkreuz mit die Weltkugel umschließende Widerhaken und großen „Bluttropfen" - Dies sind nur einige Plakatmotive, die von der Klasse 10 d bei ihrer kreativen Umsetzung des Themas Holocaust gestaltet wurden. Während der Lehrplan der neunten Jahrgangsstufe insbesondere die geschichtliche Entwicklung im Vorfeld der Machtergreifung, den Zeitablauf der Ereignisse sowie die „Bilanz" von Diktatur und Krieg beinhaltet, geht dieser in der zehnten Klasse über die „gängige" Behandlung im Geschichtsunterricht hinaus. Vielmehr sind dabei die Jugendlichen - unter dem Überbegriff „Wir erinnern uns an den Nationalsozialismus" - dazu aufgerufen, sich intensiv auch im ethischen Sinn mit der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen und sich dadurch ihrer Verantwortung für die Zukunft bewusst zu werden.

Zu der Vernissage der zutiefst aussagekräftigen Werke kurz vor den Ferien konnte die Geschichtslehrerin Ute Weigel auch die Parallelklasse aus der 10 c mit ihrem Lehrer Thomas Hauptmann sowie Rektor Heinz Zech begrüßen. Laut ihren Worten sei es wichtig, die Jugendlichen für die Aufarbeitung der Vergangenheit zu sensibilisieren, damit die schrecklichen Ereignisse nie in Vergessenheit gerieten und sich nicht wiederholten. Ziel sei dabei ein verantwortungsvoller Umgang mit der Vergangenheit, der über die „bloße" Ereignisgeschichte der NS-Zeit hinausgehe. Dies könne insbesondere durch eine kreative Umsetzung erfolgen, die ein komplexeres Eintauchen in die Materie erfordere. Unterteilt war die Aufgabe in die drei Stufen beziehungsweise Arbeitsschritte Projekt, Plakat und Präsentation. Während beim Projekt Inhalt und Arbeit im Vordergrund standen, war bei der Gestaltung des Plakats für die handlungsorientierte Umsetzung eines Fließtextes in ein Strukturgramm mit Symbolen eine möglichst kreative Umsetzung gefragt. Beim abschließenden Vortrag schließlich erläuterten die Schüler beziehungsweise Schülerinnen ihr Erarbeitetes und stellten ihr Plakat vor. Lisa Schönmüller, die sich mit dem KZ-Außenlager Gundelsdorf beschäftigt hatte, berichtete anhand der Erinnerungen einer Überlebenden von den - dort damals vorherrschenden - menschenverachtenden Lebensbedingungen, die geprägt von Gewalt, Hass, Angst, Hunger und Tod gewesen seien. Ähnlich schildert dies auch die Autobiographie „Als Gott und die Welt schliefen" des mittlerweile verstorbenen Überlebenden des KZ Auschwitz und langjährigen Vorsitzenden der israelitischen Kultusgemeinde Regensburg Otto Schwerdt, aus der Ute Weigel einige Passagen vorlas. Aufgrund seiner Versöhnlichkeit, Güte und Zivilcourage sowie seines Einsatzes gegen das Vergessen sei er für sie zum Vorbild geworden.

Rektor Heinz Zech zeigte sich tief beeindruckt von der berührenden Ausstellung. Den Werken merke man an, wie intensiv sich die Jugendlichen des so komplexen Themas angenommen und wie viel Überlegungen sie darin eingebracht hätten. Sein besonderer Dank galt der Geschichtslehrerin für deren Engagement. Gerade in einer Zeit, in der die so furchtbare Vergangenheit insbesondere im Fernsehen - beispielsweise durch Klamauk- oder Comedysendungen - komplett falsch dargestellt werde, sei diese Aufarbeitung anhand realer historischer Fakten so immens wichtig. Das Projekt fand seinen Abschluss mit einem themenbezogenen Besuch der Zehntklässler des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. hs

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