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Siegmund-Loewe-Realschule> Aktivitäten> 2009-10> Schullandheimaufenthalt der 5. Klassen> Klasse 5c
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„Und wir machen durch bis morgen Früh und singen...“

Schullandheimaufenthalt der Klasse 5c

Sportliche, akrobatische, musikalische und kulturelle Highlights prägen den Aufenthalt der Schülerinnen und Schüler auf der Festung Rosenberg.


Kronach - Am Mittwoch, dem 21.10.2009, machten sich 30 Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c mit ihrem Klassenleiter, RSL Thomas Hauptmann, auf den kurzen Weg von der Siegmund-Loewe-Schule hoch hinauf zur Festung Rosenberg, wo sie für zwei Schullandheimtage untergebracht waren. Kurz nachdem das Gepäck angeliefert worden war, traf auch die Klasse ein und erhielt im Speisesaal eine kurze Begrüßung und Einführung in die Festungsherberge durch Herbergsvater Hubert Backer. Hier lernten die Jungen und Mädchen auch Frau Flin Maria Kotschenreuther kennen, die bereits mit den Klassen 5a und 5b zwei Tage in der mittelalterlichen Festungsanlage verbracht hatte und nun auch die 5c betreute. Die Quartiere waren trotz des eigenständigen Beziehens der Betten schnell gemacht und alle fanden sich zum ersten gemeinsamen Mittagessen bei Nudeln mit verschiedenen Soßen ein.

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„Küche, Duft und Heimlichkeiten"
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Die Zeit bis zum ersten Programmpunkt wurde mit einer Partie Fußball im Festungsgraben überbrückt, bevor es um 14:00 Uhr hieß: „Küche, Duft und Heimlichkeiten". Sachkundig erläuterte Herr Zuber vom Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb der Stadt Kronach wesentliche Aspekte mittelalterlicher Küchenkultur und Hygiene. Im Gartenhäuschen auf dem Pulverturm galt es Gewürze korrekt zu bestimmen, bevor die Schülerinnen und Schüler Einblick in die Kunst der Konservierung lange Zeit vor der Erfindung der Tiefkühltruhe erhielten.
Dass ein Fürst aus einem Silberbecher oder aus kostbarem Muranoglas trank und Fleisch auf dem Teller hatte, während die einfachen Festungssoldaten sich zu viert einen Becher teilten und Hirsebrei aßen, erfuhr die Klasse, nachdem sie bereits die Brunnenanlage und die Backstube besichtigt hatten. Des Weiteren wurde ein mittelalterlicher Badezuber ebenso vorgeführt wie die Nachbildung einer Küche. An duftende Gewürze oder wohl riechende Badezusätze wollte beim Anblick der Latrinen, der „Heimlichkeiten" im Titel der Führung, keiner mehr so recht denken. - Nach so vielen Daten, Fakten und interessanten Einblicken in eine fremde Lebenswelt musste zum Ausgleich wieder das runde Leder rollen.
Während des Abendessens erklärten im 30-Sekunden-Rhythmus immer mehr Schülerinnen und Schüler mit müdem Blick, dass sie aufgrund großer Erschöpfung nicht am Spieleabend und der Lesung im Verlies teilnehmen könnten und ins Bett möchten. Dies wurde gewährt! - Jedoch zeigten das sehr muntere Bild auf den Gängen vor den Zimmern und das lebhafte Geplapper und lautstarke Türenschlagen, dass die Ermattung nicht sonderlich groß sein konnte. Spontan entschlossen sich Frau Kotschenreuther und Herr Hauptmann zu einer vorgezogenen Nachtwanderung. Binnen zehn Minuten - der Kasernenstil war angesichts des anhaltenden Lärms bewusst gewählt - mussten sich alle Schülerinnen und Schüler von bettfein in winterlich warm umkleiden und mit ihren Taschen-lampen bereit stehen. Einigen versetzte dies einen Energieschub, andere beklagten die „nächtliche Tortur"! Bei eisig kalten Temperaturen und schneidendem Wind durchquerte die Klasse den gespenstisch anmutenden Festungswald, bevor es gegen 21:30 Uhr wieder zur Herberge zurückging. Ruhiger wurde es auf den Gängen und in den Zimmern nicht wesentlich.

„Habt ihr gut geschlafen?"
„Nein!"
„Warum?"
„Die Betten sind zu hart und wir haben Schnupfen!"
Dieses kurze Gespräch bildete am Donnerstagmorgen, dem 22.10.2009, das Fazit der ersten Nacht, die gegen 5:45 Uhr durch mehrere Quasselstrippen beendet worden war. Binnen kürzester Zeit füllte sich die Etage wieder mit Fußgetrappel, knarrenden Türen und lebhaftem Stimmengewirr, das wohl in manchem Zimmer sehr spät nachts erst geendet hatte - wenn man all den abenteuerlichen Erzählungen von durchgemachten Nächten Glauben schenken darf!

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„Monstermaler"
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Nachdem sich alle am reichhaltigen Frühstücksbuffet gestärkt und ihre Lunchpakete für den Tag vorbereitet hatten, fand sich die Klasse in der Fränkischen Galerie ein. Dort führte Frau Eva Schreiber-Dümlein spannend, lehrreich und leidenschaftlich in das Leben und Schaffen von Lucas Cranach ein. Mucksmäuschenstille, auf dem Fußboden des Museums sitzende Schülerinnen und Schüler folgten ihrem Vortrag, bevor es in einer eigens eingerichteten Cranach-Werkstatt daran ging, Monster für das Bild „Die Versuchung des Heiligen Antonius" nach Holzschnittvorlage von Lucas Cranach d. Ä. zu malen. Zügig, aber hoch konzentriert entstanden unter Anleitung von Frau Schreiber-Dümlein zwei Plakate mit vielen Furcht erregenden Monstern, die dem armen Heiligen tüchtig auf die Pelle rückten. Abgerundet wurde dieser kreative Vormittag mit einer Einführung in das Zeichnen mit Tusche.
Nach einer kurzen, aber wie immer ruhelosen Mittagsruhe teilten sich die Schülerinnen und Schüler auf. Während eine kleinere Gruppe um Frau Kotschenreuther an die Planung und Ausgestaltung eines „Bunten Abends" ging, pilgerten die Fußballverrückten mit Herrn Haupt- mann zum Bolzplatz im äußeren Wallgraben. Das dort ausgetragene Turnier zeigte deutlich, wer im europäischen Fußball trotz allem tatsächlich Ton angebend ist, denn am Ende lag der FC Bayern München klar vor Real Madrid, dem FC Barcelona und dem Hamburger SV. Obwohl die Hanseaten abgeschlagen auf dem vierten Platz landeten, so hatten sie mit ihrem Mannschaftskapitän, Philipp „Bomber" Hofmann, doch den wohl vielseitigsten Spieler des Turniers, egal ob als Elfmeterkiller im Kasten oder als Wühler und Kämpfer im Mittelfeld. Das nicht gegebene Pfosten-Pfosten-Tor-Tor des defensiven Mittelfeldmannes Niklas Peter wird sicherlich noch sehr lange die Gemüter erhitzen. Ein- setzender Nieselregen machte den Platz im Wallgrabenstadion unbe- spielbar, weshalb sich die jungen Fußballgötter auf den Rückweg ins Quartier machten.
Nach einer kurzen Erholungspause fand eine gemeinsame Bastelstunde statt, in der Frau Kotschenreuther passend zur mittelalterlichen Festung Fledermäuse herstellen ließ.
Unbestrittener Glanzpunkt des Schullandheimaufenthalts war der von Ines Detsch moderierte „Bunte Abend", der unter dem Schutz der Bodyguards Aleksej Schneider und Frank Hümmer problemlos über die Bühne ging. Nach der lautstark vorgetragenen Karaoke-Nummer „99 Luftballons" überzeugten Paula Kremer und Corinna Zohner mit einer sportlichen Leistung aus Rädern, Brücken und einem abschließendem Spagat.

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„...das ist `ne geile Zeit!"
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Ohne jegliche musikalische Begleitung intonierten Lisa Jacobi und Annika Herrmann das „Fliegerlied", sodass innerhalb kürzester Zeit alle auf den Stühlen standen und fröhlich klatschend mitsangen. Die großartige Stimmung hielt ungebrochen beim anschließenden Limbo-Turnier an, in dem sich die überragende Akrobatin Alena Dilman nur knapp ihrem Herausforderer Noah Schorn geschlagen geben musste. Für anhaltende Heiterkeit sorgten die Scherzfragen von Lisa Jacobi und die Witze von Ines Detsch und Antigona Gashi. Rebecca Stolze und ihre Backroundsängerinnen ehrten den verstorbenen King of Pop, Michael Jackson, nachdem Thomas Bass und Thomas Keppel ihr schauspielerisches Talent mit einem Sketch unter Beweis gestellt hatten. Zeter und Mordio wurde zunächst geschrieen, als Frau Kotschenreuther und Herr Hauptmann zum paarweisen Luftballontanz aufforderten. Hier erwiesen sich Thomas Keppel und Antigona Gashi dem Duo Fred Astaire und Ginger Rogers ebenbürtig. Lange nach Ende des „Bunten Abends" saßen die Schülerinnen und Schüler sowie ihre beiden Lehrkräfte auf den Fluren vor den Zimmern zusammen, redeten und sangen Lieder wie „Schullandheim, das ist `ne geile Zeit" oder den „Lager-Boogie".
Nach diesem mit Programmhighlights ausgefüllten Tag verlief die Nacht vergleichsweise ruhig.
Am Freitag, dem Abreisetag, versammelten sich noch einmal alle im Aufenthaltsraum und zogen gemeinsam mit dem Herbergsvater, Herrn Hubert Backer, eine durchwegs positive Bilanz dieses Schullandheimaufenthalts, bevor es gegen 11:00 Uhr nach Hause und in ein wohl verdientes Wochenende ging.
HPM

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