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Malworkshop karibischer Kunst an der Siegmund-Loewe-Schule

von links: Fritzner Cedon, Religionslehrer Alfred Zwosta , Stefanie Hoppe (Referentin bei Adveniat) sowie 1. Konrektor Franz Mairoser

 

Romantische Sonnenuntergänge, riesige Palmen und tiefblaues Meer, aber auch „Mauern" zwischen der armen und der reichen Welt. Solche Gegensätze waren auf den aussagekräftigen Bildern zu sehen, die am Buß- und Bettag in der Siegmund-Loewe-Realschule entstanden. Dort hatten die Schüler der neunten und zehnten Jahrgangsstufe des musisch-gestaltenden, d.h. künstlerischen Zweiges ihren freien Tag für ein ganz besonderes Malprojekt „geopfert". Bereits am Montag und Dienstag hatte der aus Haiti stammende Maler Fritzner Cedon bei einer dreitägigen Aktion seine Kunstrichtung, „Art Naive" (Naive Kunst) im karibischen Stil, den „Nachwuchskünstlern" nähergebracht. Am Mittwoch schließlich leitete der Künstler, der seit seinem 15. Lebensjahr als Autodidakt malt, einen interessanten Malworkshop.

Dabei sollten die Schüler die Themen „Heimat und Armut" in einem Bild symbolisch verbinden, was diese - mit viel Engagement - hervorragend umsetzten. Das Projekt erfolgte im Rahmen der bundesweiten Adveniat-Aktion 2009 „Den Armen eine gute Nachricht!", wobei am Beispiel Haitis, dem ärmsten Land der westlichen Hemisphäre, die Armut in der Welt aufgezeigt werden soll. Insgesamt sechs Vertreter aus diesem Land,darunter auch Fritzner Cedon, bereisen während der vorweihnachtlichen Zeit Deutschland, um auf die schwierigen Bedingungen ihres von schweren politischen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Problemen heimgesuchten Heimatlandes hinzuweisen. Dieses nutzte die Siegmund-Loewe-Realschule als einzige Schule im Landkreis Kronach, wobei die Verbindung zum Erzbistum Bamberg von dem Religionslehrer Alfred Zwosta hergestellt wurde.

Den Künstler begleitete die Referentin für Bildung und Pastoral bei Adveniat Stefanie Hoppe, die auch als Übersetzerin fungierte und sich für die Organisation mit verantwortlich zeichnete. Laut ihrer Worte handele es sich bei 80 Prozent der Bevölkerung des Inselstaates, der als einziger des amerikanischen Doppelkontinents zu den am wenigsten entwickelten Ländern zähle, um Analphabeten. Zur schwachen Wirtschaft komme eine instabile politische Lage mit zahlreichen Unruhen, weshalb im letzten Jahrzehnt über drei Millionen Haitianer ausgewandert seien. Die Lebenserwartung betrage im Schnitt nur rund 50 Jahre, wobei insbesonders die Säuglings- und Kindersterblichkeit enorm hoch seien. Von den rund neun Millionen Einwohnern lebten über 65 Prozent unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Rund 50 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sei arbeitslos; die Hälfte sei unterernährt. Der Künstler - Vater von sieben Kindern - lebe seit nunmehr 25 Jahren in der Dominikanischen Republik, da er sich und seine Familie mit seinem Verdienst in Haiti nicht habe über Wasser halten können. Dort besitze er ein Kulturzentrum, in dem auch karibische Kunst ausgestellt werde.

Obwohl seine Bilder einen starken Bezug zu gesellschaftspolitischen Themen haben, strahlen sie doch gleichzeitig Optimismus und Zuversicht aus. Keine leichte Aufgabe also, die die Jugendlichen - mit ihrer Kunstlehrerin Arnhild Schlingschröder - bei der Gestaltung ihrer Kunstwerke zu bewältigen hatten. Diese zeigten sich sowohl an den Ausführungen des Künstlers über sein Heimatland, als auch an seiner ganz eigenen Stilrichtung sehr interessiert. Dabei erklärte er ihnen beispielsweise, wie er Figurenumrissse zeichnet oder wie mit nur einem Farbton „farbige" und aussagekräftige Bilder entstehen können. Die dabei von den Jugendlichen gefertigten Kunstwerke werden zusammen mit denen anderer am Projekt teilnehmenden Schulen am Sonntag, den 29.11.2009 im Bistumshaus St. Otto in Bamberg ausgestellt. Hierzu erging eine herzliche Einladung, die ebenso zum Pontifikalgottesdienst am gleichen Tag um 10:00 Uhr im Hohen Dom zu Bamberg gilt, welcher gleichzeitig die Eröffnung der Adveniat-Aktion 2009 im Erzbistum Bamberg ist. Dabei wird auch eine Abordnung der Siegmund-Loewe-Schule vertreten sein.

 

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