Siegmund-Loewe-Realschule> Aktivitäten> 2009-10> Sozialkunde> MdL Christian Meißner spricht vor 10. Klassen zum Thema Europa
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Am deutschlandweiten EU-Projekttag 10.05.2010 sprach MdL Christian Meißner vor Schülerinnen und Schülerin der 10. Jahrgangsstufe an der RS II zum Thema Europa.

An der RS II gab es Politik aus erster Hand

Im Rahmen des Sozialkunde-Unterrichts - fächerübergreifend mit Deutsch und Geschichte - besuchte am Montag der Vertreter des Stimmkreises Lichtenfels und Kronach die Siegmund-Loewe-Realschule, um mit den Schülern und Schülerinnen über das Thema Europa zu diskutieren. Rektor Heinz Zech hieß ihn, die Elternbeiratsvorsitzende Sabine Wank sowie verschiedene Lehrkräfte seiner Einrichtung willkommen. SeinDank galt vor allem dem Lehrer Thomas Hauptmann, der hauptverantwortlich für die Organisation des Projekttages zeichnete. Wie der Rektor ausführte, sei das Ziel der Veranstaltung, das Interesse von Kindern und Jugendlichen an der Europäischen Union zu wecken und das Verständnis für europäische Fragen zu vertiefen. Europa müsse für alle Europäer - speziell auch für die junge Generation - noch lebendiger und verständlicher, konkreter und erfahrbarer werden. Der direkte Kontakt mit politischen Entscheidungsträgern biete den Schülern in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, mehr über Politik aus erster Hand zu erfahren.

Nachdem der Landtagsabgeordnete kurz auf seinen beruflichen Werdegang eingegangen war, referierte er vom geschichtlichen Hintergrund zur europäischen Idee bis hin zu den aktuellen Problemen und Herausforderungen, denen sich die EU momentan gegenüber sehe. "Europa ist wichtig für unsere Zukunft und nichts geht mehr ohne Europa", so Christian Meißner. Das gelte sowohl für die Landespolitik in München, als auch die Bundespolitik in Berlin. Für junge Leute sei die EU selbstverständlich. Geschlossene Grenzen und stundenlange innereuropäische Grenzkontrollen seien ihnen wohl ebenso unbekannt wie die frühere Landeswährung des Urlaubslandes. Aufgrund dieser vermeintlichen Selbstverständlichkeit gelte es, gerade junge Menschen wieder für den europäischen Gedanken zu begeistern und ihnen die zahlreichen wirtschaftlichen Vorteile sowie nicht zuletzt den Friedensaspekt vor Augen zu führen. Mit „Es ist nicht alles Gold, was glänzt", verhehlte er aber auch nicht die zahlreichen Konfliktfelder, die sich durch die Einigung verschiedener Rechtskulturen, Gesellschaften und Lebensweisen zwangsläufig ergäben. Dabei kam er insbesondere auf die Bürgschaft in Höhe von 750 Milliarden Euro für Griechenland beziehungsweise weiterer angeschlagener EU-Länder zu sprechen. Auch Kronach sei mit Europa verflochten. Bis zu 2013 habe der Landkreis quasi einen „Platz an der Sonne". So bekomme er die höchstmögliche europäische Förderung aller Bundesländer, wobei schon viele hiesige Firmen immense Zuschüsse für neue Investitionen erhalten hätten. Wie es aber nach Ablauf der Förderperiode aussehe, könne heute noch niemand sagen.

Nach seinem Input gab der Referent das Thema frei für die anschließende rege Diskussion, an der sich die interessierten Zehntklässler mit vielen gut durchdachten Beiträgen „quer durch den Garten Europas" beteiligten. Das Augenmerk der jungen Fragesteller galt insbesondere der aktuellen Politik. Dabei brannten ihnen Fragen unter den Nägeln wie „Wie kann Deutschland das Hilfspaket finanzieren, wenn es doch selbst Schulden hat?", „Warum zahlt Deutschland den meisten Anteil?" oder „Ist Griechenland das einzige EU-Land, das pleite ist?" Wie der Abgeordnete ausführte, handele es sich bei dem Schutzschirm zunächst um Bürgschaften, so dass keine direkten Gelder fließen würden. Wenn sich Griechenland aber selbst nicht aus dem Schuldensumpf ziehen könne, dann müsse man tatsächlich zahlen. Das Deutschland die höchsten EU-Beiträge zahle, liege sowohl an der Größe des Landes, als auch an der Wirtschaftskraft. „Deutschland zahlt zwar am meisten, hat aber sicherlich als einer Exportweltmeister auch den größten Vorteil", so Christian Meißner. Griechenland sei keineswegs das einzige Land, das pleite sei. Dort seien lediglich die Probleme so groß, dass sie nicht mehr weg zu diskutieren seien. „In Griechenland gab es Dinge, die volkswirtschaftlich einfach nicht funktionieren. Dreist hat man Europa jahrelang etwas vorgegaukelt. Dadurch wird leider auch die Stabilität der Währung gefährdet", fuhr er fort. Angeschlagen seien Spanien, Portugal und mit Abstrichen auch Italien. Auf die Frage, ob er denke, seinen Job gut zu machen, antwortete Christian Meißner „Das kann man selbst schlecht bewerten. Das müssen die Wähler beurteilen." „Da ich aber seit 1998 Abgeordneter des Bayerischen Landtags bin, gehe ich davon aus", fügte er lachend hinzu. Sowohl er, als auch Thomas Hauptmann zeigten sich sehr angetan von der konstruktiven und rege geführten Diskussion. Diese widerlege die These von einer politisch uninteressierten Jugend. hs


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