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Realschulen feiern ein fröhliches Musikfest

Mit einem bunten Programm machten die Ensembles von 18 oberfränkischen Schulen in Kreiskulturraum Lust auf das Musizieren.

Die Kronacher RSII entließ ihre Gäste mit einer tröstlichen Botschaft: "Heal the World

Ein Musikfest von allen für alle - so könnte man das dreistündige Konzert im Kreiskulturraum am Mittwochabend überschreiben. Sogar die Regierungspräsidentin von Oberfranken, Heidrun Piwernetz, hatte es sich nicht nehmen lassen, zum Musikfest der oberfränkischen Realschulen nach Kronach zu kommen. Ensembles ab einer Mindestgröße von vier Mitgliedern durften sich beteiligen: Es kamen 18 Delegationen aus allen Ecken des Bezirks, zusammen mit Schulleitern und Fachbetreuern. Das bedeutete auch: 18 Auftritte von Formationen in unterschiedlichen Größen und Zusammensetzungen. Instrumente, Mikrophone, Stühle und Notenständer mussten in Windeseile auf oder abgebaut werden, damit sich der Programmablauf nicht allzu sehr verzögerte. Das Technikteam der ausrichtenden Siegmund-Loewe-Schule Kronach leistete ganze Arbeit.

Die Schülerinnen und Schüler im Publikum hielten sich über die drei Stunden gut bei Laune. Als die Luft langsam dick wurde, die Temperaturen anstiegen und sich das Sitzfleisch bemerkbar machte, betrat der kleine bunt-gemischte Chor aus Kulmbach die Bühne und sang mit jugendlichen Stimmen zwei gefühlvolle Klassiker: "I have a dream" von Abba und "Sound of Silence". Die jugendlichen Zuhörer berauschten sich an diesen unvergänglichen Melodien und an sich selbst mit LED-Lichtern und Leuchtstäben - und hielten diesen Modus bis zum Ende durch.
Der Abend hatte viel Spannendes zu bieten, jeder Aufritt eine Überraschung. Etwa bei der Zusammensetzung der Instrumente: Das Quartett aus Naila interpretierte das jazzige "Look out little Ruth" von Kurt Engel mit Marimbaphon in der Lead-Stimme, begleitet von E-Gitarre, Cello und Schlagzeug. Die Trommelgruppe aus Ebermannstadt brachte den Saal mit afrikanischen Rythmen in Schwingung, aber nicht nur die Zuhörer vibrierten auf "Baga Giné" aus Guinea, sondern auch die Tanzgruppe. Turnerische Akrobatik krönte den Auftritt der Schulen aus Marktredwitz und Rehau, die sich in einer Musical-Kooperation mit den dunklen Seiten des Internets befassten: "Ticket raus aus Loserville".

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Theater und Musik findet auch an der Johannes-Kepler-Realschule in Bayreuth statt. Band und Sänger wurden vom Chor mit einer Tücher- und Seifenblasen-Choreographie unterstützt sowie einer beeindruckenden Solo-Einlage im Ausdruckstanz. Einen frech-fröhlichen Auftritt ihrer Frontfrauen legte die Scheßlitzer Band mit ihrer Version von Robbie Williams' "Candy" hin. Auch Ausflüge in die neueren Popcharts wurden unternommen. Die Band aus Hirschaid überzeugte mit rockigem Sound, fünf Sängerinnen und einer veritablen Rockröhre. In Helmbrechts heißt es "Fresse halten", wenn die Band auftritt und selbstbewusst ihre Version von Greendays "Boulevard of Broken Dreams" interpretiert. Eine tolle Band, sicher intonierende Sängerinnen, Hall auf die Mikros: So klingt Taylor Swifts "Love Story" in der Rehauer Version fast besser als im Original.
Mit tollen Chorleistungen überzeugten auch die Vertreter aus Hollfeld und Coburg. Das Alleinstellungsmerkmal des Abends boten die Hollfelder mit kräftigen Männerstimmen, unterstützt von den Mädels mit schönen Harmonien und Vocal Percussion. Die härtesten Metalbands bringen meistens die berührendsten Balladen hervor. "Nothing else matters" von Metallica ist dafür das beste Beispiel. Der Chor Der Realschule Coburg II überzeugte nicht nur mit seiner zweistimmigen Version des Klassikers sondern auch mit den kreativen Konzertkleidchen, die den jungen Damen hervorragend standen.

Bigband-Groove legten die Forchheimer mit "Just give me reason" von Pink und das sinfonische Blasorchester aus Wunsiedel mit einem Queen-Medley hin. Auch hier stieg das Publikum voll ein - mit einem Adhoc-Chor zu "We are the Champions." Die beiden heimlichen Helden auf der Bühne kamen aus Gefrees und Bamberg. Der Gefreeser Gitarrenchor beeindruckte schon durch die Anzahl der Gitarren - etwa 30 waren auf der Bühne versammelt. Der Percussionist mit Armschlinge setzte mit Hölzern und Schnarren taktsicher kreative Effekte. Im schönsten Kindersopran rockten der Lead-Singer und seine Bamberger Band den Saal: "Wild Thing" von The Troggs. "Was für eine Rampensau!", entfuhr es da Thomas Hauptmann, Lehrer für Deutsch und Geschichte. Er und die souveräne Schülerin Eva Kalamala verliehen dem Konzert mit ihren inspirierten Moderationen eine erfrischende Klammer.

Der Hausherr des Abends, Realschuldirektor Uwe Schönfeld, sagte: "Ich bin hochzufrieden mit meinen Teams, die alle einen tollen Job hingelegt haben". Er sprach sowohl vom Technikteam als auch von der Medien-AG und dem Bläserensemble mit seinen Gesangssolistinnen.

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