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Titelverleihung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

Das Bild zeigt (hinten von links) Direktor Uwe Schönfeld, Pate Andreas Fehn (Band „Fristlos“), Sabine Gerstner, die Schülersprecherinnen Ramona Haderlein und Alessa Wolf sowie Verbindungslehrerin Anja Betz (rechts).

Die Siegmund-Loewe-Realschule erhielt am Montag den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Das Projekt muss nun mit konkreten Ideen gefüllt werden.
Kronach- Ein beeindruckendes Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung sowie für Toleranz und Respekt setzte am Montagvormittag die RS II. Dieser wurde in der proppenvollen Zweifachturnhalle des Schulzentrums - unter großem Applaus aller Schüler - der Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ (SOR - SMC) verliehen.
Die Initiative für das Projekt war von den Schülern selbst ausgegangen und so hatten dann auch die Schülersprecherinnen Alessa Wolf und Ramona Haderlein das erste Wort. Wie diese ausführten, habe die Idee hierfür die - nunmehr ehemalige - Schülerin Valeska Bobreck bereits im letzten Schuljahr gehabt. Nachdem man die erforderlichen Unterschriften eingesammelt hatte, habe man sich einen Paten überlegt, wobei man auf die Band „Fristlos“ gekommen sei. „Einige soziale Aktionen und Projekte laufen bereits an der Schule - beispielsweise Solibrot, der soziale Tag und der Sponsorenlauf“, freuten sich die Beiden. Weitere sollen hinzukommen. Die Vielfalt an unterschiedlichen Menschen sei wunderschön - ein Wunder, ein Symbol für das Leben und eine große Bereicherung für uns alle! Sehr stolz auf seine engagierten Schüler zeigte sich Direktor Uwe Schönfeld. Das Projekt sei schon vor einiger Zeit an ihn herangetragen worden. „Das ist aber nichts, dass die Schulleitung der Schülerschaft vorgeben kann. Das muss von den Schülern selbst ausgehen“, zeigte er sich sicher. Die RS II zeige seit jeher ein großes Herz und viel Engagement für Schwächere der Gesellschaft. Es sei gut, diesen Einsatz nun durch den Titel öffentlich darstellen zu können.
„Wir haben die Patenschaft sehr gerne angenommen“, zeigte sich Andreas Fehn, Gitarrist der Band „Fristlos“, gleichermaßen erfreut wie stolz über die angetragene Patenschaft. Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit seien Themen, die alle etwas angehe. „Wir haben am Freitag in Lichtenfels beim Schützenfest gespielt. Da waren auch Flüchtlinge vor Ort. Sie standen mit deutschen Jugendlichen auf den Bierbänken und haben gefeiert. Musik kennt keine Grenzen, das verbindet uns alle“, freute er sich und übermittelte auch die Grüße seiner fünf Bandkollegen, darunter auch der Sängerin und ehemaligen RS II-Schülerin Carolin Bätz. Gerne wolle man, falls es zeitlich hinhaut, einmal musikalisch beispielsweise ein Schulfest mit umrahmen.
„Ein solcher Titel ist etwas Besonderes“, erklärte Sabine Gerstner vom Bezirksjugendring Oberfranken. Ein Zeichen für Toleranz zu setzen, sei nicht selbstverständlich. „Ihr seid eine tolle Schulfamilie“, würdigte die pädagogische Mitarbeiterin. Dabei betonte sie, dass der Titel keine Auszeichnung für etwas Geleistetes sein, sondern ein durch die Unterschriften gegebenes Versprechen für die Zukunft und Gegenwart. Mittlerweile besteht das Netzwerk bundesweit aus fast 2.500 Schulen. Bayernweit gibt es über 500 Schulen und in Oberfranken tragen bereits 69 Schulen den stolzen Titel. Mit der Übergabe der Urkunde von Gerstner und Fehn an die Schule, gehört diese nun auch zu dieser elitären Gruppe und darf den Titel „SOR - SMC“ tragen.
Die Feierstunde wurde von den Bläserklassen der fünften und sechsten Jahrgangsstufe unter Leitung von Elke Buckreus und Axel Stumpf stimmungsvoll umrahmt. Die Verbindungslehrerin Anja Betz trug die Geschichte vom Zebra vor. Ist dieses nun ein weißes Pferd mit schwarzen Streifen oder ein schwarzes Pferd mit weißen Streifen? Keines von Beiden; es ist ein Zebra mit schwarzen und weißen Streifen und das sei gut so. „Zeigt Courage. Lasst euch nicht von anderen beeinflussen. Es ist normal, dass jeder anders ist und es ist gut, dass eine riesige Vielfalt vorhanden ist“, appellierte sie an die Schüler. In diesem Zusammenhang bedankte sie sich auch bei diesen für die überwältigende Kleiderspende für Menschen in Rumänien. Zudem gab sie die an diesem Tag gewählten neuen Schülersprecher bekannt. Zur 1. Schülersprecherin wurde Eva Kalamala gewählt. Ihr stehen als 2. und 3. Schülersprecherinnen Erika Scheffler sowie Leonie Himmel zur Seite. Ihr Dank sowie der von Direktor Uwe Schönfeld galt den ausscheidenden Schülersprecherinnen Alessa Wolf, Ramona Haderlein sowie Felix Oertel für ihr riesiges Engagement. „Die Messlatte ist hoch gesetzt“, erklärte Schönfeld. hs
„Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“
In ihrer Ansprache gab Sabine Gerstner einen Einblick in die Hintergründe sowie Regularien des Titels.
Kronach- Der Bezirksjugendring Oberfranken ist seit März 2014 oberfränkische Regionalkoordinierungsstelle des bundesweit größten Schulnetzwerkes „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage.“ Die Projektidee kommt aus Belgien (1988). Seit 1995 gibt es dieses Projekt auch in Deutschland. 2000 wurde der Projektname erweitert durch „Schule mit Courage“. Dies hat den Grund, dass man vom allgemeinen, engen „Rasse-Begriff“ weg wollte. „Courage“ steht für den Kampf gegen alle Formen von Diskriminierung. „SOR - SMC“ ist ein Projekt von und für Schüler/-innen und bietet diesen die Möglichkeit, das Klima an ihre Schule aktiv mitzugestalten. Es geht dabei darum, sich gegen jede Art von Diskriminierung und Gewalt zu wenden. Da sich das Projekt immer weiter ausbreitet, wurden erstmals in Bayern von der Bundeskoordination neben der Landeskoordination auch regionale Ansprechpartner benannt, die das Netzwerk künftig vor Ort betreuen. Um den Titel zu erhalten, müssen sich mindestens 70 Prozent der gesamten Schulfamilie mit ihrer Unterschrift dazu verpflichten, sich für ein tolerantes und achtsames Zusammenleben an ihrer Schule einzusetzen. Darüber hinaus muss mindestens einmal im Jahr ein Projekt zum Thema „Toleranz“ an der Schule stattfinden. Wurden diesen Verpflichtungen zugestimmt, wird ein Schulpate gesucht, der das Projekt an der Schule unterstützt.
Für einen Erfahrungsaustausch lädt der Bezirksjugendring jährlich zu einem Vernetzungstreffen ein, bei dem sich Lehrer und Schüler der Courage-Schulen austauschen können. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich zum „SOR - SMC Aktivcoach“ weiterzubilden. Hier lernen Schüler in einem zweitägigen Seminar, wie man sich aktiv in das Klassen- und Schulgeschehen einbringen kann - um Konflikte zu lösen oder auch, um neue Projekte anzustoßen. Weitere Infos gibt es unter www.schule-ohne-rassimus.org oder www.sor-smc-bayern.de hs

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