Siegmund-Loewe-Realschule> Aktivitäten> 2013-14> Technischer Produktdesigner
 [Standardversion laden]  [Empfehlung versenden]

Realschüler entdecken den Beruf des Technischen Produktdesigners

Die beiden Geschäftsführer von Innocept engineering, (stehend, von links) Birgit Partheymüller und Ralf Fischbach, gaben den Realschülern (sitzend, von links) Stefanie Fischer-Weiß, Carolina Fehn, Philipp Franz und Nick Berk sowie deren Lehrer Dirk Fischer (stehend, rechts) einen Einblick in den Beruf des Technischen Produktdesigners.

Das Unternehmen Innocept engineering aus Neuses war am Freitag zu Besuch an der RS 2. Die Geschäftsführer Birgit Partheymüller und Ralf Fischbach informierten die Technik-Klasse 9 a über den Beruf des Technischen Produktdesigners. Zudem spendeten sie der Realschule zehn TZ-Platten.

Kronach- „Ich hatte eine total falsche Vorstellung von dem Beruf“, „Ich konnte mir bislang unter dem Beruf gar nichts vorstellen“ oder „Der Beruf ist interessanter als ich gedacht habe“ – Aussagen wie die der Neuntklässler der Siegmund-Loewe-Realschule sind für die beiden Geschäftsführer der Firma Innocept engineering, Birgit Partheymüller und Ralf Fischbach, nicht neu. Leider orientierten sich jugendliche Schulabgänger häufig hin zu nichttechnischen Berufen. Diese Berufswahlentscheidung beruhe in der Regel darauf, dass die Schüler mit der Einschätzung der Berufsbilder falsch liegen beziehungsweise, dass ihnen zu wenige Informationen über die Berufsinhalte vermittelt würden.

Um Schulabgänger über die Ausbildungsmöglichkeiten in der regionalen Kunststoffbrache insbesondere zum Technischen Produktdesigner zu informieren und auch um neuen Nachwuchs zu gewinnen, beteiligt sich Innocept engineering beispielsweise am Jobstarter-Projekt „My Plastics“ sowie an der BDS-Azubi-Akademie im Landkreis Kronach. Zudem steht der Entwicklungsspezialist für Kunststoffkomponenten und –systeme seit Kurzem in Kontakt mit der RS II. Der IT-Fachlehrer Dirk Fischer war auf der Suche nach einem Sponsoren für TZ-Platten für den Unterricht, die für die Anfertigung einer technischen Zeichnung unerlässlich sind, aber leider ihren Preis haben. „Ich schaute im Internet nach, welche Ausbildungsbetriebe es für den Technischen Produktdesigner bei uns hier so gibt. Das waren nur wenige, eine davon war Innocept engineering“, erzählt Fischer. Der Lehrer rief beim Unternehmen an. Dort sagte man ihm nicht nur eine Spende von zehn hochwertigen TZ-Platten zu, sondern die Geschäftsführer erklärten sich auch dazu bereit, an einem Vormittag über das Berufsbild „aus erster Hand“ zu informieren. Die Info-Veranstaltung kam sehr gut bei den Neuntklässlern an, wie vier von ihnen - Carolina Fehn aus Kronach, Stefanie Fischer-Weiß aus Dörfles sowie die Wallenfelser Nick Berk und Philipp Franz - bestätigen.

„Ich finde es gut, dass es so etwas an unserer Schule gibt. Die Präsentation war interessant, gerade weil „Insider“ den Beruf vorgestellt haben“, loben Carolina und Stefanie, die beide 14 Jahre alt sind. „Das ist schon ein interessanter Beruf – ganz anders, als ich ihn mir vorgestellt habe. Es lohnt sich auf jeden Fall, einmal darüber nachzudenken“, meint Carolina, die noch unentschlossen ist, in welche berufliche Richtung es für sie einmal gehen soll. Der Berufswunsch von Stefanie steht fest. Sie möchte Berufsmusikerin bei der Bundeswehr werden. Aber man wisse ja nie, ob das auch klappe. „Von daher ist es gut, sich über viele verschiedene Berufe zu informieren – auch wenn man zunächst denkt, dass der Beruf nichts für einen ist“, überlegt sie. Nick ist 15 Jahre, sein Klassenkamerad Philipp ein Jahr älter. Beide haben sich über ihre berufliche Zukunft Gedanken gemacht. „Der Beruf würde mich schon interessieren“, sagt Nick. Vorstellungen davon habe er bislang nur ganz wage gehabt und die hätten sich heute als falsch herausgestellt. Momentan zieht es ihn in Richtung Fahrzeug-Gutachter. Aber er sei durchaus auch offen für andere Richtungen. Philipp möchte Maschinenbau-Ingenieur werden. Für ein späteres Studium sei es aber sicherlich nicht schlecht, einen Beruf von der Basis auf zu lernen. Von daher könne er sich eine Ausbildung in diese Richtung gut vorstellen, zumal er sehr gerne am Computer arbeite.

Die Freude am Arbeiten mit dem Computer sollte man für den Beruf auf jeden Fall mitbringen, so die Geschäftsführer. Notwendig seien weiter technisches Interesse und eine sorgfältige Arbeitsweise, sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen, gute Noten in Mathematik, Physik und IT sowie eine zuverlässige und exakte Arbeitsweise. Als Schulabschluss sei die Mittlere Reife Voraussetzung oder (Fach-)Abitur. Beide hatten den Schülern aufgezeigt, welche Bedeutung Kunststoff im Alltag hat und welche Vielfalt er besitzt. Zudem hatten sie die vielen Chancen im Hinblick auf eine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner aufgezeigt. Ihr 2012 mit dem „Cranach Unternehmer-Preis" ausgezeichnetes Unternehmen hat derzeit 25 Mitarbeiter, davon zwei Auszubildende.

Partheymüller und Fischbach können sich, wenn es sich anbietet, weitere gemeinsame Aktionen mit der Schule mit dem Schwerpunkt Berufsfindung vorstellen. Eine Fortführung der Kooperation wird von Fischer sowie Schulleiter Uwe Schönfeld sehr begrüßt; nehme doch die Berufsorientierung an ihrer Schule einen hohen Stellenwert ein. Schönfeld zeigt sich sicher: „Der Kontakt zu den Ausbildungsbetrieben ist für unsere Schule und unsere Schüler sehr wichtig. Andererseits profitieren davon auch die Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden.“ Er und Fischer bedankten sich für die großzügige Spende. Die gespendeten TZ-Platten würden dringend benötigt.

Ausbildungsinhalt: Der Technische Produktdesigner arbeitet eng mit Produktentwicklern und Konstrukteuren zusammen. In seinem Projektteam begleitet er den gesamten Entstehungsprozess eines Produktes bis hin zum fertigen rechnergestützten virtuellen Produkt. Dazu gehört insbesondere das termingerechte Erstellen von kostenoptimierten CAD-Konstruktionen und –Zeichnungen unter Berücksichtigung von kalkulatorischen, kunststoff-, qualitäts- und fertigungstechnischen Erfordernissen. Ergänzend zum 3D-Datensatz erstellt er technische Dokumentationen. Dabei kann es sich um eine Zeichnung, eine Animation oder Präsentation handeln. Während der Projektlaufzeit kommuniziert und korrespondiert er mit Kunden, teilweise auch in englischer Sprache. Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre.

von Heike Schülein

Die beiden Geschäftsführer von Innocept engineering, (linke Seite, hinten von links) Birgit Partheymüller und Ralf Fischbach, spendeten der RS II zehn TZ-Platten für den IT-Unterricht. Mit im Bild ist (von rechts) IT-Lehrer Dirk Fischer sowie Schulleiter Uwe Schönfeld.
Pressebericht aus dem Fränkischen Tag
 [Standardversion laden]  [Empfehlung versenden]