 Ein Wintermärchen - William Shakespeare gespielt von der Schulspielgruppe der Siegmund-Loewe-Schule Regie: Thomas Hauptmann Premiere, Dienstag 15.02.11 - 19:30 Uhr Wiederholung: 16.02. + 17.02.11 jeweils 19:30 UhrIn einer Welt aus Hass ruht alle Hoffnung auf der LiebeEin „Wintermärchen", das die Herzen wärmt Unter der Regie von Thomas Hauptmann nahm sich die Schulspielgruppe der Siegmund-Loewe-Realschule der Romanze „Ein Wintermärchen" an. Am Dienstag erfolgte die wunderbare Premiere, am Mittwoch und am Donnerstag weitere Vorstellungen. „Das Wintermärchen", ein geniales Spätwerk Shakespeares, führt das Publikum in die Abgründe rasender Eifersucht und dramatischer Verstrickungen. Leontes, König von Sizilien, wähnt sich grundlos von seiner Gattin Hermione betrogen. Der beschuldigte Jugendfreund Polixenes, König von Böhmen, kann sich gerade noch durch Flucht retten. Die vermeintliche Ehebrecherin landet hingegen im Kerker und die neugeborene Tochter Perdita wird gar an kahlen Küsten ausgesetzt. Der Tod seines Sohnes Mamilius bringt den König endlich zur Besinnung. Doch es müssen erst 16 lange Jahre ins Land gehen, bis die Folgen der königlichen Willkür beseitigt sind. Seinen Seelenfrieden findet Leontes schließlich, als Perdita (dargestellt von Janin Langner) und der junge Prinz Florizel (Aleksej Schneider) ihre Liebe feiern. „Im Grunde handelt es sich um einen Verdacht, Neid und Zorn, einen Verrat, die Suche nach einer verlorenen Tochter, eine standesungemäße Liebe, einen erbosten Vater und einen gutherzigen Langfinger. Tragik, Poesie und Humor wechseln schnell bei dieser Romanze", interpretiert das junge „Liebespaar" das Stück. Während der elfjährige Aleksej bereits im vergangenen Jahr bei der Schulspielgruppe mitgewirkt hatte, feierte die gleichaltrige Janin am Dienstag auch ihre persönliche „Premiere". Beide zählten zu den jüngsten Akteuren des Abends. „Nach anfänglichen kleineren Schwierigkeiten haben wir uns der alten Sprache angepasst und hatten viel Spaß bei den einzelnen Proben. Zum Schluss haben wir fast täglich geprobt. Am Montag war die Generalprobe. Das war schon anstrengend", erzählt Aleksej. Wie der Kronacher einräumt, sei ihm das Lernen des Textes schon schwer gefallen. So sieht es auch Janin, die bei dem Stück gleich eine Doppelrolle spielt. „Einerseits finde ich die Sprache zwar toll, aber halt auch etwas gewöhnungsbedürftig. Ich war deshalb froh darüber, dass ich nicht ganz so viel Text auswendig lernen musste", gesteht die Nurnerin. Das Stück habe beiden auf Anhieb gut gefallen, vor allem die moderne Gestaltung mit der Musik. Auch mit den Rollen, die Herr Hauptmann für sie ausgesucht habe, seien sie sehr zufrieden gewesen. „Als die letzten Vorbereitungen getroffen waren und die ersten Zuschauer eintrafen, war ich schon recht aufgeregt. Als es dann aber endlich losging, wurde es etwas besser mit meiner Nervosität", verrät Janin. Und auch ihr holder „Prinz" blieb vom Lampenfieber nicht ganz verschont. Trotzdem habe beiden ihr Auftritt viel Spaß gemacht. „Ich könnte mir schon vorstellen, weiter zu schauspielern", erklärt Aleksej. Janin schließt sich dem an: „Es wäre schon toll, so etwas vielleicht einmal später auch beruflich machen zu können." Die beiden Jungschauspieler erhielten für ihr herzerfrischendes Spiel - genau wie die anderen Nachwuchsdarsteller - verdientermaßen donnernden Applaus. Das Meisterwerk wurde vom Regisseur Thomas Hauptmann mit seinem Ensemble packend und modern - beispielsweise mit mystischen Klängen von „Unheilig" - umgesetzt. Auch dadurch kam die Aktualität Shakespeares schnell zu Tage: Eifersucht, Machtmissbrauch und Geltungsbedürfnis werden als Urtriebe des menschlichen Wesens vorgeführt und scheinen, nein: sie sind vollkommen zeitlos. Diese Inszenierung machte Freude und wurde von allen Beteiligten stimmig dargeboten. Der jungen Schauspielerriege aus den Jahrgangsstufen sechs bis zehn war der Spaß an ihrer Aufgabe anzumerken. Das Publikum war angetan vom sekundenschnellen Emotionswechsel von heiter über poetisch hin zu Ohnmacht und Trauer. Es war genau dieses Spiel mit dem Schauspiel, die Wahrheit zwischen Glück und Unglück, die dem Stück seine Stärke verlieh. Ein dickes Lob gebührt insbesondere auch dem herrlichen Bühnenbild, für das die Lehrerin Anja Betz mit zahlreichen Acht- und Neuntklässlern verantwortlich zeichnete. hsDarsteller: Nadja Langner, Christin Hader, Janin Langner, Jennifer Straubinger, Dorothea Miceli, Jennifer Kürschner, Julia Rehm, Victoria Krieger, Lisa Weigel, Jasmin Pöhnlein, Nadja Vogt, Dunja Schönmüller, Marius Füchsel, Noah Schorn, Lisa Kaufmann, Aleksej Schneider, Magdalena Ruppert, Madlen Sander, Julia Kalb, Anna Schreiber, Carina Hader, Carina Holzmann, Anna-Maria Neubauer, Annalena Zapf, Isabella Victoria Helm, Katharina Jerkovic, Regie: StR Thomas Hauptmann, Choreographie: Strin Sandra Erhardt, Bühnenbild: LAv Anja Betz
 |  |  |  |  | Erläuterung zum Bild „Der sizilianische Hofstaat mit seinen Gästen aus dem Königreich Böhmen“ Das Bild zeigt von links nach rechts Florizel (Aleksej Schneider, 6c) mit seiner Freundin Perdita (Janin Langner, 6a); den Staatsrat Siziliens mit Cleomenes (Dorothea Miceli, 9c), einem Lord (Julia Rehm, 9c), Dion (Jennifer Kürschner, 9c); den Schäfersohn Hansnarr aus Böhmen (Julia Kalb, 6b), seinen alten Vater (Madlen Sander, 9c) sowie den Dieb Autolycus (Anna Schreiber, 9c) – Leontes, König von Sizilien (Nadja Langner, 9c) und Hermione, Königin von Sizilien (Christin Hader, 8c)
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 |  |  |  | | v. li König Leontes und Königin Hermione |
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 |  |  |  |  | | v. li: Prinzessin Perdita, Prinz Florizel, Camillo |
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 |  |  |  |  | | Antigonus - umringt von Wölfen - setzt die neugeborene Prinzessin aus |
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 |  |  |  | | König Leontes, Königin Hermione u. Antigonus |
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 |  |  |  |  | | Das Liebespaar Perdita u. Florizel |
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 |  |  |  | | Prinzessin Perdita u. Prinz Florizel |
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