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Siegmund-Loewe-Realschule> Aktivitäten> 2019-20> Vorlesewettbewerb 6. Klassen
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Leseratten in Bestform

Das „kannawoniwasein“!
Anna Müller gewinnt den Vorlesewettbewerb der 6. Jahrgangsstufe an der Siegmund-Loewe-Schule und trifft anschließend den Autor Martin Muser.
Kronach – Der Nikolaustag wartete an der Siegmund-Loewe-Schule mit einem besonderen Event auf, denn in der dritten und vierten Unterrichtsstunde fanden sich alle Schülerinnen und Schüler zum Vorlesewettbewerb ein. Die Bläserklasse 6B unter der Leitung von StR RS Axel Stumpf eröffnete nach einer kurzen Begrüßung durch RSD Uwe Schönfeld mit „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ musikalisch das Programm. Der verantwortliche Organisator des Wettbewerbs, StR RS Thomas Hauptmann, erläuterte kurz die Regeln und schon konnte es mit der Leserunde des bekannten Textes losgehen. Sechs Schülerinnen und Schüler aus den drei 6. Klassen lasen unter den kritischen Ohren der Jury, besetzt mit Frau Deuerling und Frau Unglaub vom Elternbeirat sowie Schülersprecher Pepe Funk aus der Klasse 10B und Deutschlehrkraft Axel Stumpf, ihren Mitschülerinnen und Mitschülern aus den unterschiedlichsten Büchern vor. Neben Klassikern wie „Fünf Freunde“ von Enid Blyton oder „Harry Potter“ von Joanne K. Rowling fanden sich auch Bücher wie „Elena“ von Nele Neuhaus oder „Ich schenk dir eine Geschichte“ darunter. Celina Bracki-Emmerling, Hannes Feil, Adam Höhler, Anna Müller, Jan Schmitt und Jolina Schurig machten es der Jury wirklich nicht leicht und präsentierten sich in Bestform ihrer Zuhörerschaft.
Nach einer kurzen, wiederum von der Bläserklasse mit „Jingle bells“ umrahmten Pause folgte die zweite Runde mit dem unbekannten Text. StR RS Thomas Hauptmann hatte hierfür Martin Musers erstes Kinderbuch „kannawoniwasein“ ausgesucht, eine Mischung aus Wolfgang Herrndorffs „Tschick“ und Erich Kästners „Emil und die Detektive“, so die Kritik: Der zehnjährige Finn, der während einer Eisenbahnfahrt nach Berlin bestohlen und wegen fehlender Fahrkarte von einem Schaffner aus dem Zug geworfen wird, lernt die abenteuerlustige Jola kennen und begibt sich mit ihr auf eine spannende und unterhaltsam geschilderte, zweitägige Reise nach Berlin - in die „Tzitti“. Dabei setzen die beiden Kinder ihren Trip u.a. mit einem kurzgeschlossenen Belarus-Traktor fort, begegnen einer Rockerbande und einem Wolf.
Auch in dieser Runde boten die sechs Klassenlesekönige und –leseköniginnen alles, sodass sich die Jury mit einer nicht leichten Entscheidung im Anschluss zur Beratung zurückzog. Die dadurch entstandene Pause überbrückte StR RS Thomas Hauptmann, indem er nun seinerseits den Schülerinnen und Schülern vorlas.
Schülersprecher Pepe Funk aus der Klasse 10B oblag schließlich die Verkündung des Ergebnisses: Jolina Schurig aus der Klasse 6B belegte den dritten Platz, Hannes Feil aus der Klasse 6C folgte auf dem zweiten Platz und strahlende Siegerin wurde Anna Müller aus der Klasse 6A. Alle drei durften sich ein Buchpräsent der Buchhandlung Lesezeichen aussuchen.
Doch an dieser Stelle endete keineswegs der Vorlesenikolaustag an der Siegmund-Loewe-Schule. Im Anschluss an die Pause besuchte Martin Muser, der Autor des soeben präsentierten, unbekannten Textes „kannawoniwasein“, die Schule und stellte in seiner 100. Lesung seit 2018 in der fünften und sechsten Stunde sein Buch genauer vor und beantwortete nach einer Lesung aus den unterschiedlichsten Kapiteln die Fragen der Sechstklässlerinnen und Sechstklässler.
Der aus Süddeutschland stammende und in Berlin wohnende 54-jährige Autor, der bis vor wenigen Jahren hauptsächlich Drehbücher für Serien wie „Küstenwache“, „In aller Freundschaft“, „Soko Wismar“ oder „Die Spezialisten“ geschrieben hatte, beschloss 2012, sich an sein ersten Kinderbuch zu wagen. Denn er wollte etwas schreiben, was er als Kind selbst gerne gelesen hätte oder eben jetzt als Vater von zwei Töchtern ihnen vorlesen würde. So begann die Entstehungsgeschichte von „kannawoniwasein“, deren realer Hintergrund ein Zeitungsbericht über einen Schaffner gewesen sei, der einen minderjährigen Jungen ohne Fahrschein aus dem Zug „geworfen“ hätte. Martin Muser räumte ein, dass Autoren nicht unbedingt die besten Vorleser wären, doch davon war bei seinem Auftritt an diesem Tag nichts zu merken. Mit wechselnder, die unterschiedlichen Charaktere seines Buches herausarbeitender Stimme unterhielt er die Jungs und Mädchen der drei sechsten Klassen hervorragend und begeisterte mit seiner Lesung. Geduldig beantwortete er viele Fragen, von denen einige um sein Klappfahrrad kreisten, das er stets auf seinen Reisen mitnehmen würde, denn dann könne er sich ein Bild von den Orten machen, die er besuche. Er sei heute Vormittag schon zur Festung geradelt und sei wirklich beeindruckt von der Stadt Kronach.
Seine Leidenschaft für das Schreiben, der er seit seinem 30. Lebensjahr nachgehe, habe sehr früh begonnen, denn er habe sich immer schon für Geschichten und das Lesen begeistern können, erst als Journalist, später dann als Autor, vor allem von Krimis, bevor das erste Kinderbuch entstand. „kannawoniwasein“ liegt aktuell bereits in zwei Bänden vor, denn nach ihrem Reiseabenteuer nach Berlin folgte in Band 2 Finns Besuch bei Jolas Verwandten in Polen, wo die beiden ein hochexplosives Abenteuer erleben. Band 3, dessen Cover bereits existiert, befindet sich gegenwärtig im Entstehen und soll im nächsten Jahr veröffentlicht werden. Finn und Jola, mittlerweile zwölf Jahre alt, wollen richtig Party machen – Chaos und Abenteuer vorprogrammiert!
Am Ende dieses Unterrichtsvormittags, der ganz im Zeichen des Lesens gestanden hatte, blieben der Dank für den Autor Martin Muser und die Hoffnung, dass wieder viel mehr Schülerinnen und Schüler erfahren hatten, dass Lesen etwas ganz Kostbares sei. Denn nur so kann man auf einem gestohlenen, kurzgeschlossenen Belarus-Traktor auf eine aberwitzige Reise in die „Tzitti“ gehen, ohne irgendwelche Schwierigkeiten zu bekommen. In diesem Sinne: Buchdeckel auf… und lesen!
Hpm

Der Autor Martin Muser während der Lesung aus seinem Buch.
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