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Schulsieger im Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen wurde Martha-Marie Kolb

Martha-Marie hat die Lese-Krone auf

Der Vorlesewettbewerb der 6. Klassen an der Siegmund-Loewe-Realschule ist entschieden.

Als das Ergebnis feststand und Martha-Marie Kolb mit Glückwünschen überhäuft sowie vom Deutschlehrer Thomas Hauptmann - im wahrsten Sinne des Wortes - gekrönt wurde, war die Zwölfjährige sprachlos - aber überglücklich. Die Siegerin des internen Vorlesewettbewerbs der Siegmund-Loewe-Schule reist zwar nicht wie der Held in ihrem Buch nach Phantasien, sie vertritt aber die Realschule beim Entscheid auf Landkreisebene.

"Ich bin eine richtige Leseratte", gestand die Neuengrünerin, die als letzte der vier Kandidatinnen ins Rennen geschickt wurde. Und sie ergänzte: "Ich lese jeden Tag, am liebsten Mystery - und Fantasygeschichten." Entsprechend sah auch die Wahl ihres Buches für den ersten Teil des Wettbewerbs aus. Dabei durfte jede Teilnehmerin einen frei wählbaren Text vorlesen.

Einen Klassiker gewählt
Martha-Marie entschied sich für einen Klassikter der Jugendliteratur: "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende. Der Großteil der Handlung spielt in einer parallelen Welt, Phantasien genannt, die durch das "Nicht" zerstört wird; immer größere Teile des Reiches verschwinden, ohne dass etwas davon zurückbleibt.

Der Titelheld, Bastian Balthasar Bux, ist ein Menschenjunge, der zunächst nur einen Roman über das Land Phantasien liest, doch die Geschichte wird für ihn mehr und mehr zur Wirklichkeit. Schließlich wird er selbst ein Teil davon, bis er kurz davor steht, sich in der Fantasiewelt zu verlieren.

In einer Fantasiewelt verlieren konnten sich auch die Sechstklässler, die gebannt der späteren Lesekönigin zuhörten. Die Freude am Lesen war ihr spürbar anzumerken. Sie stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Ihre gewählte Textpassage las sie sehr fließend vor, sie betonte gekonnt und spielte förmlich mit ihrer angenehmen Stimme, die sie toll zu variieren versteht. Außerdem verfügt sie über eine sehr klare Aussprache - allesamt Hauptkriterien der Jury bei der Bewertung der Leseleistungen.

Ungezwungenes Auftreten

Vor allem aber punktete Martha-Marie mit ihrer ungezwungenen und unverkrampften Art. Selbstbewusst und gut aufgelegt stellte sie zunächst den Inhalt ihres Buches vor - ohne Spickzettel oder den Text vorher auswendig gelernt zu haben, sondern eher locker-flockig und auch ein wenig, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Auch dem spannenden Inhalt der "Unendlichen Geschichte" drückte sie ihren Stempel auf und machte ihn dadurch plastisch und anschaulich. Fast meint man, Bastian auf seiner Reise zu begleiten.

Auf ihre unverwechselbare Art interpretierte die Sechklässlerin auch den unbekannten Text in der zweiten Runde. Schulpsychologin Susanne Geerds, welche die Veranstaltung moderierte, hatte dafür einen Klassiker ausgewählt, nämlich den Dauerbrenner von Mark Twain, "Die Abenteuer des Tom Sawyer". Die weltberühmte Lausbubengeschichte rund um Tom Sawyer, der sich lieber prügelte und mit seinem besten Freund Huckleberry Finn herumtrieb, als die Schule zu besuchen, spielt in der Mitte des 19. Jahthunderts.

Kein Lampenfieber

"Ich war eigentlich gar nicht aufgeregt - auch nicht beim unbekannten Text", meinte Martha-Marie, die sich darüber offensichtlich selbst etwas wunderte. "Die Unendliche Geschichte" ist eines meiner Lieblingsbücher. Ich habe sie schon ein paar Mal gelesen. Ich habe das Buch ausgewählt, weil ich den Text gut kenne und mich dabei sicher fühle", erzählte sie. Der Sieg sei für sie jedoch sehr überraschend gewesen. Bescheiden stellte sie fest: "Ich habe damit nicht gerechnet, weil die anderen drei Mädchen auch toll gelesen haben."

Damit hat Martha-Marie zweifelsohne recht. Auch die "Bücherwürmer" Jessica Rudolph (6c), Amanda Bandeira Barbosa (6d), die sich den dritten Rang teilten, und die Zweitplazierte Valeska Bobreck (6a) machten ihre Sache sehr gut und wussten mit ihrer "Vorlesekunst" zu überzeugen.

Lustige und spannende Texte

Amanda las ebenfalls aus "Die Unendliche Geschichte" vor, während Jessica einen Ausschnitt aus dem witzigen Roman "Frindel oder die Kunst, ein Wort zu finden" von Andrew Clements und Michael Krieger zu Gehör brachte. Lustig ging es bei dem Textvortrag von Valeska zu, die sich für "Die schrecklichsten Mütter der Welt" von Sabine Ludwig entschieden hatte. Letzten Endes mussten sie jedoch Martha-Marie bei der Siegerehrung den Vortritt lassen, die nun die Realschule beim Entscheid auf Landkreisebene vertreten wird.

Aber auch die anderen Teilnehmerinnen brauchten sich nicht zu ärgern. Schließlich setzten sie sich ja klassenintern durch und sind daher Klassen-Leseköniginnen.

Die Veranstaltung wurde vom Schul-Bläserensemble unter Leitung von Axel Stumpf musikalisch umrahmt. Rektor Heinz Zech ließ es sich nicht nehmen, der Lesekönigin und den Mitwirkenden zu ihren tollen Leistungen zu gratulieren.

 

Die Jury:
Tobias Stumpf (Schülersprecher), Thomas Hauptmann (Deutschlehrer), Heike Schülein (Fränkischer Tag) und Anette Panhans (Buchhandlung Lesezeichen).

von Heike Schülein

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