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Die Geschenke kommen mit dem Ferrari

Bei der "Kronacher Weihnacht" zeigte die Schulspielgruppe der RS II das Theaterstück "Notruf für den Teddydoktor". Foto: Heike Schülein

Kinder der Siegmund- Loewe-Realschule spielen bei der "Kronacher Weihnacht" Theater. Zur Begeisterung der Besucher.

Normalerweise ist er es, der den Kuscheltieren seiner jungen Kunden bei kleineren Blessuren wieder auf die Beine hilft. Doch dieses Mal braucht "Teddydoktor" Johann Nikolaus Kruse selbst Hilfe. Der ältere, leicht missmutige Herr ist gesundheitlich angeschlagen und soll auf Anraten seiner Hausärztin Dr. Inga Lindenblum kürzer treten. Doch der raubeinige Griesgram denkt gar nicht daran; hat er doch als Zweitjob eine weitaus höhere Aufgabe inne - und die ist elementar wichtig, um traurige Kinderaugen am 6. Dezember zu verhindern.

Seit 2015 spielen die Schüler des Wahlfachs "Schulspielgruppe" der RS II am ersten Adventswochenende in der Kühnlenzpassage. Auch heuer folgte man der Einladung des Vereins "kronach.er.leben". Dabei nahmen sich die Nachwuchs-Darsteller eines eigens von ihrem Schulspielleiter Thomas Hauptmann für die Kronacher Weihnacht geschriebenen Stückes an. Dieser war es auch, der die Gäste zu den vier Vorstellungen an den beiden Tagen im "kältesten Theater der Welt" willkommen hieß. Im Mittelpunkt der Geschichte steht "Teddydoktor" Johann Nikolaus Kruse (Lia-Marie Tremel). Nach dem Tod seiner Frau lebt der Miesepeter allein; mit seinem Sohn hat er sich zerstritten. Aus Sorge um dessen Gesundheit informiert seine Hausärztin Dr. Lindenblum seine liebenswerte Enkeltochter Katharina, die ihren Großvater unterstützen soll. Als diese in seinem Laden eintrifft, findet sie alsbald heraus, dass es um den Großvater ziemlich schlecht bestellt ist. Weil er seit Monaten keine Rechnungen bezahlt hat, droht ihm der Verlust seines Geschäfts. Während der verständnisvolle Bankangestellte Martin Thaler zu retten versucht, was noch zu retten ist, bietet eine resolute Immobilienmaklerin das Geschäft und die Werkstatt bereits zum Kauf an. So geben sich schon bald in dem Laden seltsam anmutende Kaufinteressenten die Klinke in die Hand - mit ganz eigenen Vorstellungen von einer Neunutzung: ein "Saftladen der Sinne", ein Bistro mit exquisiter französischer Küche wie Ameisenpastete und Heuschrecke am Spieß oder doch ein Tattoo-Toy-Shop, in dem sich Kinder ihr Lieblingsspielzeug in Farbe stechen lassen können? Diese Pläne gefallen den recht lebendigen und bisweilen ganz schön aufmüpfigen Stofftieren Erwin, Otto, Pest, Beule, Theodor, Wölkchen, Möhre und anderen in den Ladenregalen des alten Mannes gar nicht; haben sie doch Angst, ihr Domizil zu verlieren. So setzen sie alles daran, Katharina zu vermitteln, dass weitaus mehr auf dem Spiel steht als die Tilgung der Schulden.

Kaum hat sich die Enkelin vom ersten Schreck über die sprechenden Teddys erholt, wartet die nächste Überraschung auf sie. Briefbote Andreas verrät ihr, um wen es sich bei ihrem Opa wirklich handelt: um den Nikolaus höchstpersönlich. Wie sollen aber die Kinder von einem kranken, hochverschuldeten Weihnachtsmann ihre Geschenke rechtzeitig zum Nikolaustag erhalten? Hilfe naht aber von unerwarteter Seite: Der Sohn des Teddydoktors söhnt sich mit seinem Vater aus. Praktischerweise haben Katharinas Eltern nicht nur jede Menge Geld, sondern auch sechs Ferrari, womit die Geschenke in Turbogeschwindigkeit zu allen braven Jungs und Mädchen gebracht werden können. Die warmherzige Geschichte barg damit eine Botschaft: Hilfe sollte man annehmen, wenn sie angeboten wird.

Am Ende gab es viel Applaus sowohl für das Stück wie auch für die famos aufspielenden Darsteller. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgte das Theatercafé, das Schüler der Klasse 9A betrieben.

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