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Siegmund-Loewe-Realschule> Aktivitäten> 2016-17> Workshop zur Stimmbildung
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Die Theaterpädagogin Luca Pauer vom Landestheater Coburg gestaltet einen Workshop zur Stimmbildung mit den Schülerinnen und Schülern unserer Schulspielgruppe

Wo ist die neonfarbene Trinkflasche?

Auf der Bühne zu sprechen ist eine Kunst, die gelernt sein will.

Am Anfang steht das Beschreiben. Die Theaterpädagogin des Landestheaters Coburg, Frau Luca Pauer, sitzt im Rund des Stuhlkreises und unterhält sich mit den Schülerinnen und Schülern der Schulspielgruppe über deren Arbeitsweise während der einzelnen Proben. Scherzhaft kommt der Einwurf, ob sie wissen wolle, wie es bisher lief oder eben die aktuelle Version. Man verständigt sich auf den neuesten Stand, sodass die Verantwortliche für das Junge Landestheater erfährt, dass im Mittelpunkt einer jeden Probe eigentlich von Anfang an der Text stünde. So würde seit etwa zwei Jahren nicht mehr ein fertiges Stück geliefert und mit dem Verteilen der Rollen begonnen, sondern die Schülerinnen und Schüler würden in den Entstehungsprozess eingebunden, was mal mehr und mal weniger gut klappen würde. Daraus schließt Frau Pauer, dass stimmbildenden Übungen wenig Raum geschenkt wird, bzw. dass diese schon im Laufe des konkreten Probenprozesses thematisiert würden.

Und genau hier setzt ihr Workshop an, zu dem sie vom verantwortlichen Schulspielleiter, StRRS Thomas Hauptmann, eingeladen worden ist. Sie bietet den Schülerinnen und Schülern in circa neunzig Minuten einen Einblick in Techniken und Tricks, wie man die Stimme für die Bühne vorbereiten kann. Dabei betont sie allerdings von Anfang an auch, dass diese Methoden nicht allein dem Schauspieler oder der Schauspielerin, dem Sänger oder der Sängerin zum Nutzen gereichen würden, sondern eben auch alltagstauglich seien.

Die Gruppe beginnt mit dem richtigen Stehen auf der Bühne und Frau Pauer nennt dies schmunzelnd „Wir sind alle Nullen!" Damit bringt sie zum Ausdruck, dass dies die Grundstellung auf der Bühne sei, jene Körperspannung, die nicht in den Minusbereich abgleiten dürfe, da man sonst eben aus seiner Rolle falle. Zur Auflockerung muss nun jeder einen Punkt in der Ferne fixieren und die Hüfte drehen, wobei die Arme einer Marionette gleich herabhängen und mitschwingen. Mit der richtigen Atemtechnik tief in den Bauch hinein und dem flacheren „Schulteratmen" geht es weiter, da dies auch ein Element für einen festen und sicheren Stand auf der Bühne sei. In der Folgezeit wird der Kiefer mit den Handballen nicht nur zu witzigen Grimassen verformt, sondern auch gelockert. Ein Gleiches gelingt durch den raschen Wechsel vom Zitronengesicht zum Brüllen des Tigers oder durch das intensive „Zähneputzen" mit der Zunge. Wer den Raum in diesem Moment betritt, der wird verwundert den Kopf geschüttelt und wahrscheinlich die Tür rasch wieder geschlossen haben, als über zwanzig Personen mit aberwitzigen „Traktorengeräuschen" ihre Lippen gelockert haben. „Es ist egal, ob ihr auf der Bühne `Guten Tag!` oder `Kartoffelsalat!` sagt", resümiert die Theaterpädagogin, Hauptsache sei, dass man es mit mutiger Stimme und festem Stand tue, dann würde niemandem im Publikum groß der Unterschied auffallen.

Große Begeisterung löst bei allen Anwesenden nach anfänglichen Schwierigkeiten das Spiel „Ha-So-Ka" aus, das einen Ninja-Kampf simuliert und von den Beteiligten nicht nur höchste Konzentration und klare Gesten, sondern eben auch eine deutliche, laute und feste Stimme erfordert. Tapfer schlagen sich die Akteure der Schulspielgruppe in diesem stimmlichen Schwertkampf mit der Theaterpädagogin, der wohl fortan ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil jeder Schulspielprobe werden wird.

Am Ende verbindet sich alles in der Bewegung im Raum. Einen Punkt fixierend laufen die Schulspieler und Schulspielerinnen im Zimmer durcheinander umher, gehen auf Gegenstände zu und benennen diese mit klarer und deutlich vernehmbarer Stimme. Auf Zuruf müssen alle die Augen schließen und eine Richtung angeben, in der sich die „neonfarbene Trinkflasche" oder der „Pullover mit dem Alien" oder Vergleichbares befinden.
Viel zu schnell gehen die eineinhalb Stunden Nachmittagsprobe zu Ende und in der abschließenden Befragung macht das durchweg positive Feedback deutlich, dass der Workshop ein voller Erfolg gewesen ist.

Hpt

Der Kampf ist in vollem Gange
Ninjas unter sich
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