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Verkehrserziehungstage für die 5. Klassen am 23. + 28.07.2008

Hallo Auto!

Es ging ums Anhalten, als der ADAC im Rahmen der Verkehrserziehungstage die 5. Klassen unserer Schule besuchte. Dabei wurden den Schülern auf lebensnahe, abwechslungsreiche und anschauliche Art und Weise lebenswichtige Grundkenntnisse über Vorgänge im Straßenverkehr vermittelt.

nachdem die Frage, in welchen Situationen man denn überall anhalten müsse, diskutiert wurde, durften die Fünfklässler ihren eigenen Bremsweg selbst herausfinden, indem sie nach einem Sprint über 10 Meter (Bild 1) ab der aufgemalten Ziellinie durch eine Vollbremsung zum Stehen kommen sollten (Bild 2). Die Orte, an denen sie zum Stehen gekommen waren, wurden auf der Straße markiert (Bild 3). Dass unterschiedliche Bremswege zustande gekommen waren, konnte in einer Art Unterrichtsgespräch durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten, die Beschaffenheit der Schuhsohlen oder durch die individuelle Bremstechnik begründet werden.

Da man im Straßenverkehr jedoch häufig mit unvorhersehbaren Vorkommnissen konfrontiert wird, in denen man sich nicht lange auf den anstehenden Bremsvorgang vorbereiten kann, mussten die begeisterten Sprinter in einem zweiten Versuch erst dann ihre Vollbremsung durchführen, sobald Herr Degenkolb bzw. Herr Bienlein vom ADAC eine Flagge unangekündigt schwenkte. Der Zeitpunkt für den Flaggenschlag wurde dabei so gewählt, dass sich die meisten Probanden in etwa auf der Höhe der Ziellinie des ersten Versuchs befanden. Dadurch konnten die beiden Ergebnisse überhaupt miteinander verglichen werden. Wiederum markierten Auserwählte die jeweiligen Anhaltepositionen.

Für manch einen war es tatsächlich überraschend, dass zum Anhalten nun eine deutlich größere STrecke benötigt wurde. Gemeinsam konnte anschließend erarbeitet werden, dass sich dieser Anhalteweg aus den zwei Teilstrecken zusammensetzen lässt, die zum Einen während der Reaktionszeit (Schrecksekunde) und zum Anderen während des Bremsvorgangs zurückgelegt wurden. Mithilfe farbiger Schilder durften die Schüler wie im Mathematikunterricht Terme und Zeichen in die richtige Reihenfolge transportieren (Bild 4), so dass sich folgende, chronologisch richtige Formel ergibt, die später beim Führerschein wieder aufgegriffen wird:

Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg

Dass man im Allgemeinen von einer Reaktionszeit von ca. 0,8s bis 1,2s ausgehen kann, wurde in einem Experiment veranschaulicht, in dem ein Freiwilliger die plötzlich fallen gelassene Flagge auffangen sollte (Bild 5). Alkoholkonsum, telefonieren und rauchen waren nur einige von vielen Möglichkeiten, die die Schüler als Einflussfaktoren auf die Reaktionszeit eines Menschen nennen konnten. In Zeitlupe wurde dann der Anhaltevorgang durch mehrere Schüler nachgestellt (Bild 6) und mithilfe der physiologischen Prozesse im Körper erklärt.


Über den Anhalteweg eines PKWs mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h sollte nun jeder Schüler durch das Positionieren einer Pylone eine Vermutung abgeben. Wie sich aus dem anschließenden Realexperiment durch eine Vollbremsung des ADAC-Fahrzeuges nach einem unangekündigten Flaggenschwenk zur Überraschung aller Beteiligten herausstellte (Bild 7), wären wohl die meisten Personen überfahren worden, wenn sie sich selbst an der vermuteten Stelle in den Anhalteweg gestellt hätten. Durch das Ablaufen der Strecke zwischen Ziellinie und Anhalteposition stellten die Schüler einen Anhalteweg von etwa 30 Meter fest. (Bild 8)

Wie sich eine Vollbremsung im PKW anfühlte, durften alle Beteiligten bei einer Vollbremsung mit dem ADAC-PKW aus ca. 30 km/h selbst erfahren (Bild 9). Dabei wurde auf die Bedeutung des Sicherheitsgurtes hingewiesen, denn selbst bei einer Vollbremsung aus Schrittgeschwindigkeit (ca. 6 km/h) ist eine erhebliche Wirkung auf den Körper zu beobachten. Mitfahrer mit einer Größe unter 1,50 Meter benötigten laut StVO einen Kindersitz, mit dessen Hilfe eine sichere Gurtführung unterhalb des Halses gewährleistet werden kann. außerdem wurde auf die Notwendigkeit einer unverdrillten, straff angezogenen Gurtführung hingewiesen, da ansonsten im Falle einer starken Bremsung Druckstellen bzw. Schnittwurden verursacht werden könnten. Abschließend konnte durch die ADAC-Mitarbeiter geklärt werden, dass Airbags nur in Zusammenhang mit der sachgemäßen Verwendung von Sicherheitsgurten lebensrettende Wirkung erzielen könnte, da ohne deren Mirwirken durch das explosionsartige Aufblasen der Luftkissen lebensgefährliche Genick- und Kopfschäden verursacht werden könnten.

Während dieser anschaulichen und schülergerechten Unterrichtseinheit konnten den Fünftklässlern einige lebenswichtige Grundkenntnisse eindrucksvoll vermittelt werden, die selbst so manchem Erwachsenen noch nicht geläufig zu sein scheinen.

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