 Fortbildung für Schulsanitätet Wie viel Hilfe braucht der Mensch? „Psychologische Betreuung von Notfallopfern" - eine Fortbildung für Schulsanitäter „Je nachdem...", lautet die richtige Antwort. Damit die Schulsanitäter hier eine Unterstützung erhalten, fand an unserer Schule am 24. Februar 2011 eine zweistündige Fortbildung statt. Es ging dabei um die „Psychologische Betreuung von Notfallopfern". Zunächst einmal wurden dazu die Erfahrungen der Schüler gesammelt und es stellte sich heraus, dass unsere Schulsanitäter auch im Rahmen des Notfallplans eine wichtige Rolle spielen, da sie diejenigen sind, die noch näher an der Ausbildung in Erster Hilfe „dran" sind. Ins Bewusstsein wurde gerufen, welche Folgen der Schockzustand hat und dass auch eine „seelische" Wunde durch den Notfall geschlagen wird. Wie kann man nun auf einen Betroffen zugehen? Hier übten wir für den ersten Kontakt, Nähe und Distanz einzuhalten. Der Helfer soll dabei die Grundbedürfnisse des Anderen beachten. Der nächste Punkt galt der Gesprächsführung. „Wir können nicht nicht kommunizieren..." (Paul Watzlawick) - Das konnten die Teilnehmer auch bestätigen. An dem Beispiel, wie Frau Geerds einem Schüler eine Note mitteilen könnte, wurde die Theorie der vier Seiten einer Nachricht bzw. die vier Ohren des Empfängers (nach Schulz von Thun) veranschaulicht. Die Schülerinnen und Schüler sollten sensibilisiert werden, auf ihr eigenes Reden zu achten - auch im Umgang mit Personen, die nicht ansprechbar sind. Für Krisensituationen gilt besonders, dass man das Verhalten des Betroffenen nicht bewertet, da dieser so unter Stress steht, dass er nicht „normal" sein kann. Dies war einer der Tipps im Umgang mit Notfallopfern. In Dreiergruppen sollte das Gehörte ausprobiert werden. Dazu gab es in jeder Gruppe drei verschiedene Rollen. Das „Opfer" verband sich die Augen, um das Gefühl der Hilflosigkeit zu verstärken. Ein Teilnehmer sollte dann diese Person ansprechen und der Dritte beobachtete das Geschehen. Die anschließende Aussprache zeigte, dass es gar nicht so einfach ist, in Kontakt zu kommen. Deshalb wurde den Teilnehmern auch noch einmal ins Bewusstsein gerufen, wie wichtig der achtsame Umgang untereinander ist. Hier sollen die Schüler an unserer Schule als Schulsanitäter die Kultur der Sicherheit und des Respekts wahren und darauf aufmerksam machen, wenn jemand Probleme hat, in Not ist oder sogar eine Bedrohung darstellt. Schließlich gehört auch noch der achtsame Umgang mit sich selbst dazu: Auch für den Helfer stellt die Notsituation Stress dar! Neben Merkhilfen aus der Krisenintervention erhielten die Teilnehmer jeweils am Ende noch ein Tütchen goldige Gummibären, da die Schulsanitäter an unserer Schule für uns Gold wert sind. Damit ist auch die Frage, wie viel Hilfe der Mensch braucht, genauer beantwortet. Der achtsame und einfühlsame Helfer bedenkt sowohl eigene als auch fremde Bedürfnisse. Echte Hilfe entsteht da, wo wir bereit sind, aufeinander zuzugehen, ohne uns selbst zu verlieren. Aus Termingründen konnte leider die Fortbildung nur einmal angeboten werden, so dass nur die Hälfte der Schulsanitäter daran teilnehmen konnte. Im kommenden Schuljahr wird sie deshalb auf jeden Fall noch einmal wiederholt werden! StRin (RS) Susanne Geerds (EH-Ausbilderin beim BRK, Staatliche Schulpsychologin)
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